Alzheimer vorbeugen in Zeiten von COVID-19

20.05.2020, René Adler
Demenz, Coronavirus

Ein aktives und abwechslungsreiches Leben ist von großer Bedeutung, um das persönliche Alzheimer-Risiko zu senken. Aber wie soll das vor dem Hintergrund des Corona-Virus gehen? Schließlich gelten trotz erster Lockerungen weiterhin etliche Maßnahmen, die den Alltag stark einschränken. Speziell ältere Menschen können sich einsam und gelangweilt fühlen, wenn Familienbesuche ausbleiben und Freizeitaktivitäten mit Freunden und Bekannten nicht möglich sind. Deshalb hat die Alzheimer Forschung Initiative Tipps zusammengestellt, wie Senioren auch unter Einhaltung der Beschränkungen Alzheimer vorbeugen können.

Speziell die geistige Fitness lässt sich zu Hause gut trainieren. Online-Kurse und -Spiele bieten sich jenen an, die digitale Medien nutzen. Wer schon immer den Umgang mit Computer und Internet lernen wollte, sollte jetzt die Zeit nutzen. Offline sei alles was Spaß macht und ein wenig fordert, gut für das Gehirn – etwa Lesen oder Musizieren. Die Nervenzellverbindungen profitieren laut Stiftung gerade auch beim Aneignen von Neuem wie dem Erlernen einer Sprache.
 
Die Corona-Zeit sei auch eine gute Gelegenheit, die Ernährung auf den Prüfstand zu stellen. Denn eine gesunde und ausgewogene Ernährung beuge nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, sondern schütze auch das Gehirn. Die Experten raten zu einer mediterranen Küche: mit Olivenöl, Obst und Gemüse, fettem Fisch und wenig rotem Fleisch. Den Zucker zur Deckung des Energiebedarfs ziehe unser Gehirn am besten aus vollkornhaltigen Kohlenhydraten. Darüber hinaus bräuchten wir Eiweiß und langkettige Omega-3-Fettsäuren. Man solle abwechslungsreich essen, viel Wasser trinken und zwischendurch auch Traubensaft. Der Lieferservice des Supermarktes oder auch Nachbarn könnten bei den Einkäufen helfen.
 
Um nicht-körperlich in Kontakt zu bleiben, was gegen Einsamkeit hilft und die grauen Zellen auf Trab hält, reicht die Palette vom guten alten handgeschriebenen Brief über Telefonate bis zu Video-Anrufen mit Smartphones, Tablets oder Computern. Dann kann man seine Gesprächspartner auch sehen. Sie können auch regelmäßig mit Ihrer Familie chatten, Ihren Enkeln aus der Ferne vorlesen, sich Fotos schicken oder per Videokonferenz zum gemeinsamen Kochen verabreden.
 
Wer gut isst, sollte sich auch regelmäßig bewegen. Dies ist neben der körperlichen auch für die geistige Fitness wichtig. Der Rat: Spaziergänge im Wald, Radfahren, laufen oder einfach nur gehen – am besten an der frischen Luft und dort, wo nicht so viele Menschen sind. Mit dem richtigen Abstand könne man sich auch zu einem gemeinsamen Spaziergang verabreden. Ausführliche Fitness-Tipps können Sie noch mal in unserem April-Newsletter nachlesen.

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