Weltweit fordern Organisationen UN-Aktionsplan für die Rechte Älterer

24.06.2020, René Adler
Recht, Coronavirus

Eine eindringliche Stellungnahme zur Situation älterer Menschen in der Corona-Krise reicht ihnen nicht: Unter anderem große internationale Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch sowie über 100 Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt haben UN-Generalsekretär António Guterres aufgefordert, seine Empfehlungen in einen konkreten UN-weiten Aktionsplan für einen besseren Schutz der Rechte Älterer umzusetzen. Auf Initiative der Organisation HelpAge-International haben sie einen gemeinsamen Brief an Guterres geschickt, den auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) unterzeichnet hat.

In einer Videobotschaft hatte sich Guterres am 1. Mai zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Leben älterer Menschen geäußert. In seiner Rede und in einem an politische Entscheidungsträger gerichteten Dossier beschrieb der Portugiese die Angst und das Leid älterer Menschen auf der ganzen Welt. Er betonte die Auswirkungen der Pandemie auf die körperliche und mentale Gesundheit ebenso wie die Gefahr von Menschenrechtsverletzungen wie Vernachlässigungen oder Misshandlungen. Als weitere mögliche Folgen nannte der Generalsekretär der Vereinten Nationen Armut, Arbeitslosigkeit sowie Diskriminierung und Stigmatisierung. Gleichzeitig betonte er die Ressourcen, die älteren Menschen zum Umgang mit Krisen zur Verfügung stehen, und ihre gesellschaftliche Rolle zur Bekämpfung der Pandemie.
 
Zahlreiche Seniorenorganisationen hatten in einem Offenen Brief auf die Stellungnahme des UN-Generalsekretärs reagiert und seinen Appell begrüßt, die Menschenrechte und die Würde älterer Menschen in der Corona-Krise zu respektieren. Covid-19, so die Unterzeichner, habe offenbart, wie verbreitet Altersdiskriminierung sei und wie die Rechte älterer Menschen systematisch missachtet würden.
 
Lesen Sie zu diesem Themenkomplex in diesem Newsletter auch das Interview mit Dr. Claudia Mahler vom Deutschen Institut für Menschenrechte, die sich seit Jahren für eine eigene UN-Konvention für Ältere einsetzt.

 

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