Mit individuellem Stufenplan zurück in den Beruf – SBK: Auch in Corona-Zeiten erfolgreich umsetzbar

28.06.2020, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Psychotherapie, Heilberufe

Wenn Patienten nach einer schweren psychischen, onkologischen oder orthopädischen Erkrankung wieder in ihren Beruf zurückkehren wollen, ist eine stufenweise Rückkehr besonders zielführend. Denn häufig können die Betroffenen nach einer längeren Berufspause nicht sofort ihre komplette Leistungsfähigkeit wieder abrufen.  Da hilft das sog. „Hamburger Modell“: Ein bewährtes, bereits 1971 bei der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) entstandenes, in Folge im Stadtstaat Hamburg erfolgreich erprobtes  Modell der betrieblichen Wiedereingliederung, adaptiert auf die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten des Arbeitnehmers nach einer schweren Erkrankung und für ganz Deutschland verfügbares stufenweises Wiedereingliederungsmodell. 

Idealerweise sollten dabei gemeinsam mit dem Arbeitnehmer*in, dem Arbeitgeber, der Krankenkasse und dem behandelnden Arzt die stufenweise Rückkehr in den Betrieb nach einem individuellen Stufenplan vereinbart werden. In 80 bis 85 Prozent der Anfragen zur schrittweisen Wiedereingliederung wären die Arbeitgeber einverstanden mit einem solchen individuellen Stufenplan, so Anika Papsdorf, Fachexpertin Geldleistungen bei der SBK. 90 Prozent dieser Maßnahmen würden erfolgreich abgeschlossen. Gerade in der Corona Pandemie sei nun noch mehr Flexibilität bei Arbeitsgestaltung und den Arbeitsabläufen bei der betrieblichen Wiedereingliederung gefragt. Hier könnte eine Möglichkeit für die Rückkehrer*innen sein, zunächst von zuhause zu arbeiten und somit den Mitarbeitern einen erleichterten Einstieg zu ermöglichen. Ganz wichtig hierbei sei eine klare, offene und sehr gute Kommunikation mit der Führungskraft, meinte Papsdorf. Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind klar erkennbar: Während der stufenweisen Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell ist die/der Versicherte noch während der gesamten Wiedereingliederungszeit krankgeschrieben, wodurch dem Unternehmen keine Kosten entstehen. Der Versicherte kann in dieser Phase für sich seine Arbeits- und Belastungsgrenzen testen, stressinduzierende Anforderungen identifizieren, passende Lösungs- und Veränderungswege erarbeiten und im Team absprechen, um einer Überforderung vorzubeugen. Damit ermöglicht auch der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer erforderliche Anpassungsstrategien für eine nachhaltige erfolgreiche, zufriedenstellende Berufstätigkeit. So kann das Risiko erneuter längerer Arbeitsunfähigkeitszeiten insgesamt reduziert werden bei gleichzeitig hohen Erfolgs- und Zufriedenheitsquoten und guten Chancen, an das frühere Leistungsniveau des Arbeitsnehmers /der Arbeitnehmerin wiederanzuschließen.

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