Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes weiterhin erforderlich

29.06.2020, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft, Coronavirus

Der Umgang mit dem SARS-CoV-2 Virus hat uns auf vielen Ebenen gelehrt, wie wichtig ein abgestimmtes Risiko- und Krisenmanagement und eine gute Zusammenarbeit funktionierender Versorgungsstrukturen in Deutschland sind. Dazu gehört auch die Säule des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). Durch die aktuellen gesetzgeberischen Maßnahmen, wie die Aktualisierung des Infektionsschutzgesetzes und des Zweiten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite sind dem ÖGD weitere wichtige Aufgaben zugewachsen: Die Gesundheitsämter vor Ort sollen die Nachverfolgung der Kontaktpersonen sicherstellen, dabei sollen auch mobile Teams unterstützen. Die Digitalisierung des ÖGD sei voranzutreiben, ferner wird eine Kontaktstelle beim Robert-Koch-Institut geschaffen als Ansprechpartnerin für die Gesundheitsämter i.V.m. covid-19. In diesem Kontext übermitteln die Gesundheitsämter regelmäßig anonymisierte Labortestergebnisse zu SARS-CoV-2, aber auch bestätigte Fälle anderer meldepflichtiger Krankheiten u.a. im Rahmen des DEMIS Projektes in strukturierter Form an das RKI. Für diese Verbreiterung der Aufgabenprofile der Gesundheitsämter unterstreicht die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) ihre Forderung eines „Pakts für den öffentlichen Gesundheitsdienst“ mit allen politisch Verantwortlichen in Bund, Land und auf kommunaler Ebene . Gesundheitsämter sollten nach ÄKWL auch eine Mindestpersonalausstattung, Anpassung der ärztlichen Gehälter an die Entwicklung in anderen Bereichen des Gesundheitswesens und zusätzlich eine verbesserte materielle Ausstattung erhalten. Diese Forderungen hatten der Deutsche Ärztetag 2018 und der Deutsche Ärztetag 2019 bereits verlautbart.

 

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