Krankenhaus-Summit: Leistung und Versorgung verbessern, mehr Transparenz, Messbarkeit und Vergleichbarkeit

12.07.2020, Dr. Annette Mehler, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft, Coronavirus, Management

Die Diskussion des Konjunkturpaketes der Bundesregierung, das eine Summe von drei Milliarden Euro für die Entwicklung der Krankenhäuser vorsieht, war am vergangenen Mittwoch Anlass eines vom Hih2025 organisierten Krankenhaus-Summit. 

In der Hybrid-Veranstaltung diskutierten u.a. Gottfried Ludewig (BMG), Gerald Gaß (DKG), Markus Leyck Dieken (gematik) und Andrea Grebe (Vivantes). Gegenstand der Diskussion war die Frage, inwiefern die Corona-Pandemie die Digitalisierung in den Krankenhäusern vorangetrieben hat. Ferner ging es darum, welche Erfahrungen die Akteure und insbesondere die Krankenhäuser im Umgang mit verfügbaren digitalen Tools zur Bewältigung der Herausforderungen gemacht haben und welche Empfehlungen darauf aufbauend sowie unter Berücksichtigung transparenter Metriken zur Nutzen-Messbarkeit für die digitale Weiterentwicklung der Krankenhäuser abgegeben werden können.

Die Diskussion machte deutlich, – und alle Diskutanten waren da einer Meinung – dass die Krankenhäuser während der Pandemie eine ganz tolle Leistung in sektorenübergreifender Zusammenarbeit mit anderen Akteuren des Systems erbracht haben, um die Pandemie zu bewältigen. Nichts destotrotz hat aber die Corona-Pandemie auch die Notwendigkeit sichtbar gemacht, dass sowohl die Leistungen als auch die Versorgung in den Krankenhäusern unabhängig ihrer Trägerschaft dringend und zwingend verbessert werden müssen. So hat zwar jedes Krankenhaus im Rahmen seiner Möglichkeiten und gemessen am Grad der Unterschiedlichkeit auch entsprechend differenziert im Hinblick auf die Nutzung der digitalen Tools reagiert und an vielen Stellen improvisiert. Beispielsweise sind so Gesundheitsnetze oder gar virtuelle Krankenhäuser mit einer Rund-Um-Die-Uhr-Telemedizinversorgung entstanden. 

Jedoch sollen die vom Bund nunmehr zugesagten 3 Milliarden Euro in die Digitalisierung ab sofort und in vorab vom BMG für alle Akteure gleichsam definierte Prozesse und Ergebnissen zugunsten von mehr Transparenz, Messbarkeit und Vergleichbarkeit investiert werden. Anstelle von einzelnen Insellösungen geht es im Kern darum, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, um 

  • Sämtliche digitalen Brüche in den Prozessen zugunsten der Standardisierung von Technik und Semantik zu überwinden.
  • Die Systeme interoperabel für Kommunikation und Datenaustausch im Sinne der verbesserten Patientenversorgung vor Ort und des übergeordneten Patientennutzens zu gestalten. 
  • Die Attraktivität der Arbeit zu steigern und den Fachkräftemangel zu überwinden.

Da hierzu die vom Bund bereitgestellten Investitionen allerdings nicht ausreichen werden, sind selbstverständlich auch die Bundesländer in der Verantwortung und Pflicht, Investitionen in mindestens gleicher Höhe verfügbar zu machen und diese auch verstetigt und konsequent zugunsten der Digitalisierung umzusetzen. So dürfte die Ankündigung von Gesundheitsminister Spahn, dass neben den 3 Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket weitere 900 Millionen Euro aus den Ländern in die Digitalisierung der Krankenhäuser sowie die Modernisierung ihrer digitalen Infrastruktur fließen, die Krankenhäuser zumindest positiv stimmen. 

Damit das Geld aber auch da ankommt, wo es benötigt wird, sind vorab klare Ziele und klare Verteilungsmechanismen zu etablieren und (pauschale) Zuweisungen an konkrete Erfolgs- und Qualitätskriterien im Sinne der verbesserten und nachhaltigen Patientenversorgung zu knüpfen.

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