Demenzvorhersage – jetzt mit Demenz Screening Test-App möglich

18.08.2020, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Demenz

Prognosen zufolge müssen wir bis zum Jahr 2050 mit 2,4 bis 2,8 Millionen Demenzerkrankten in Deutschland rechnen, wenn bei Prävention und Therapie keine Durchbrüche erzielt werden können (www.deutsche-alzheimer.de). Das Krankheitsbild der Demenz umfasst mehr als 50 Erkrankungsformen. Alle gehen mit kognitiven Leistungseinschränkungen einher, z.T. Gedächtnis-, Sprach-, Orientierungsstörungen. Biomarker ermöglichen eine frühe Diagnose der Alzheimer-Erkrankung lange vor dem Auftreten klinischer Symptome.

Im Jahr 2015 haben Forscher des Rush Institute for Healthy Ageing (Kumar B. Rajan et al.) in einer prospektiven Längsschnittbeobachtungsstudie in einer Population von 2.125 Bürgern gezeigt, dass mittels validierter kognitiver Tests eine Demenzentwicklung sogar 18 Jahre vorher vorausgesagt werden kann. Darauf aufbauend haben Mediziner zum Demenz-Screening, den DST, eine App-Anwendung zum Selbsttest für zu Hause entwickelt (www.demenz-test.com). Insbesondere bei Demenzerscheinungen, die dem Mild Cognitive Impairment zuzurechnen sind, wurde laut Hersteller die Test-Zuverlässigkeit in klinischen Studien belegt: Die Testsensitivität des DST beträgt über 96 Prozent, die Testspezifität beläuft sich auf über 91 Prozent. Der DST ist als Medizinprodukt u. a. für die EU und die Schweiz anerkannt. Das Zentrum für Telematik und Telemedizin bestätigt der DST-App ein hohes Datenschutzniveau. Sie ist mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet worden: Vision.A Award als beste Patienten-App, Digimeda 2020 Siegel, ORCHA 2020 1. Platz.  Zu beachten ist jedoch, dass für AnwenderInnen die Durchführung eines Selbsttests zu solch sensiblen Themen mit Belastungen verbunden sein kann. Perspektivisch wäre zu prüfen, ob für die Ergebnisinterpretation, sofern von den AnwenderInnen gewünscht, eine niedrigschwellige begleitende Beratung hilfreich wäre, wie beispielsweise das Projekt der Universitätsmedizin Göttingen und des IEGUS Instituts „Gut beraten: Neue multimodale und standardisierte Beratungsmodelle für Menschen im Frühstadium einer Alzheimer-Erkrankung bzw. im Rahmen einer Demenzvorhersage“  (www.deutsche-alzheimer.de) untersucht.  

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