EPIC Spezialstudie: Aktuelle Ergebnisse zum Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf differenziertes Schlaganfallrisiko

01.09.2020, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Hintergrund, Krankenversicherung

Dass Erkrankungsrisiken für chronische Krankheiten, wie Herz-Kreislauf, Diabetes mellitus Typ 2, Krebserkrankungen mit Ernährungsgewohnheiten und der individuellen Lebensführung zusammenhängen, ist unbestritten. Dazu liegen etliche Forschungsergebnisse vor, wie z. B. auch aus der großen europäischen prospektiven Kohortenstudie European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)  in zehn europäischen Ländern.

Aktuell analysierte nun eine EPIC Spezialstudie den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf das Schlaganfallrisiko, differenziert nach dem Risiko einen ischämischen („Hirninfarkt“) oder einen hämorrhagischen Schlaganfall (Hirnblutung) zu erleiden. Nach einem mittleren Follow-Up von 12,7 Jahren waren in der EPIC Kohorte von 521.000 Teilnehmern waren 4.281 ischämische und 1.430 hämorrhagische Schlaganfälle aufgetreten.

Multivariate-Auswertungen zeigen, dass Menschen mit höherem Lebensalter, etwas höherem Körpergewicht, starke Raucher, etwas mehr Alkoholkonsum ein erhöhtes Schlaganfallrisiko aufweisen. Fazit dieser EPIC Substudie bezogen auf das Risiko des ischämischen Schlaganfalls fasst Prof. Hans-Christoph-Diener (Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie DGN) wie folgt zusammen: „Man kann sein persönliches Erkrankungsrisiko durch Obst, Gemüse und eine vollkornreiche Kost senken“. Bzgl. des Risikos eine Hirnblutung zu bekommen, bieten diese Nahrungsbestandteile keinen ausreichenden Schutz. Der Konsum von Eiern hingegen lässt das Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle ansteigen, 20g/Tag um den Faktor 1,25. Laut der Autoren hätten diese Nahrungsbestandteile aber keinen direkten, sondern einen über blutdruck- und / oder blutfettvermittelten Einfluss auf das Erkrankungsrisiko. (Tammy Y N Tong, Paul N Appleby, Timothy J Key et al. The associations of major foods and fibre with risks of ischaemic and haemorrhagic stroke: a prospective study of 418 329 participants in the EPIC cohort across nine European countries. Eur Heart J. 2020 Jul 21;41(28):2632-2640).

Die aktuelle EPIC Spezialstudie kann jedoch keine Antworten darauf geben, ob die o.g. Nahrungsbestandteile direkte zusätzliche Effekte auf das Schlaganfallrisiko haben, wenn der Blutdruck oder die Blutfettwerte medikamentös kontrolliert werden. 

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