„Prävention von Einsamkeit gerade im hohen Alter relevant wie nie zuvor“

26.10.2020, René Adler
Politik & Wirtschaft

Die Deutschen werden immer älter – und leben immer häufiger allein. Damit steigt auch die Zahl der im Alter von Einsamkeit betroffenen Menschen. Vor allem bei Älteren über 80 Jahren besteht ein deutlich höheres Risiko einer sozialen Isolation. Weil sich die Zahl der 80- bis 90-Jährigen bis zum Jahr 2050 Prognosen zufolge mehr als verdoppeln wird, fördert die Bundesregierung nun ein Projekt der Malteser: „Miteinander – Füreinander: Kontakt und Gemeinschaft im Alter.“

„Das Thema der Prävention von Einsamkeit gerade im hohen Alter ist relevant wie nie zuvor, das hat nicht zuletzt die Corona-Pandemie vor Augen geführt“, sagte Frank Weber, Geschäftsführer für die sozialen Dienste der Malteser. „Als große ehrenamtliche Hilfsorganisation kennen die Malteser die Lebenssituation alter und hochaltriger Menschen. Wir haben viel Erfahrung darin, die Hilfsbereitschaft von Ehrenamtlichen so zu organisieren, dass dieses bürgerschaftliche Engagement gezielt und nachhaltig hilft.“

Vor allem bei Älteren über 80 Jahren besteht ein deutlich höheres Risiko einer sozialen Isolation, weil sie immer häufiger allein leben. „Einsamkeit ist kein unabwendbares Schicksal. Wir sollten es als Gesellschaft nicht einfach so hinnehmen, dass Menschen - gerade wenn sie älter werden - vereinsamen“, so Bundesseniorenministerin Franziska Giffey (SPD). Das Projekt läuft bis zum Jahr 2024 in allen Bundesländern und wird mit sieben Millionen Euro gefördert.

Damit sollen vorrangig der Aufbau neuer Zugangswege zu älteren und hochaltrigen Menschen sowie der Ausbau von ehrenamtlichen Besuchs- und Begleitungsangeboten finanziert werden: „Die Besuchsangebote sind wertvolle Brücken in die Gemeinschaft. Wir haben dasselbe Ziel: Dass ältere Menschen möglichst selbständig und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben und sich aktiv einbringen können.“
 
In allen Bundesländern sollen diese ehrenamtlichen Angebote an mehr als 110 Malteser-Standorten umgesetzt werden, die letzten im Frühjahr 2021. Die Wirksamkeit der Projekte wird wissenschaftlich überprüft. Zudem soll die Bevölkerung für das gesellschaftliche Problem der zunehmenden Einsamkeit im Alter sensibilisiert und so zusätzliche Hilfsbereitschaft aktiviert werden.
 

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