APS startet mit Partnern Aufklärungskampagne „Deutschland erkennt Sepsis“

18.02.2021, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Heilberufe

Sepsis ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland mit rund 75.000 Todesfällen pro Jahr, wovon 20.000 als vermeidbar gelten. Allgemein ist Sepsis als Blutvergiftung bekannt. Bei einer Sepsis tritt eine Überreaktion des Immunsystems auf: Die körpereigenen Abwehrmechanismen sind nicht mehr in der Lage, die Infektion lokal zu begrenzen, es kann zu einer systemischen Körperschädigung mit Kreislaufschock, Multiorganversagen und auch Tod kommen. Sepsis entsteht häufig im ambulanten Bereich, wenn nicht frühzeitig genug die Symptome nach Infektionen, wie starkes Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Kurzatmigkeit, Schüttelfrost, hohes Fieber, Verwirrtheit erkannt werden.

Daher startete das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) am 16. Februar 2021 gemeinsam mit den Partnern Sepsis Stiftung, Sepsisdialog der Universität Greifswald, der Deutschen Sepsis-Hilfe e. V. und dem vdek die Aufklärungskampagne „Deutschland erkennt Sepsis“. Zum Auftakt wurde von Dr. R. Hecker, Vorstandsvorsitzender des APS, und ihren Partnern auch der Kurzfilm vorgestellt. Die gesamte Kampagne kann konkret Leben retten, so Prof. Dr. Claudia Schmidtke, Patientenbeauftragte der Bundesregierung. Daher hat sie die Schirmherrschaft für die Kampagne übernommen. Ziel ist es, das Wissen über Sepsis und die Symptome bei den Bürger*innen und beim medizinischen Personal zu verbessern, über Gefahren aufzuklären, Frühsymptome zu erkennen, frühzeitige Diagnostik und sofortige leitliniengerechte Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Hier gäbe es auch in der stationären Versorgung in Deutschland erheblichen Verbesserungsbedarf, stellt Prof. Dr. K. Reinhart heraus. Denn: In Deutschland liegt die Mortalität wegen Sepsis im Krankenhaus bei 41,7 Prozent, in Großbritannien bei 32,1 Prozent, in den USA bei 23,2 Prozent und in Australien bei nur 18,5 Prozent. Seit 2013 wird ein Nationaler Sepsisplan von der Sepsis Stiftung, der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, der deutschen Sepsis-Hilfe, der Deutschen Sepsis-Gesellschaft und der Global Sepsis Alliance gefordert.

Im aktuellen Podcast der Christoph Lohfert Stiftung „Patient im Mittelpunkt“ spricht Prof. Dr. K. Reinhart über „Deutschland erkennt Sepsis“ und den notwendigen Nationalen Sepsisplan. Ferner weist die Sepsis Stiftung darauf hin, dass auch Patient*innen mit einem schweren Erkrankungsverlauf mit SARS-CoV-2 häufig von einer Sepsis betroffen wären. Für weitergehende Informationen besuchen Sie  www.deutschland-erkennt-sepsis.de oder www.sepsis-stiftung.eu

#DeutschlanderkenntSepsis

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