Altersdiskriminierung und die Rechte älterer Frauen- Aufruf zur Mitwirkung an UN-Bericht

01.03.2021, Sarah Rondot
Recht, Alternsforschung

Weise, erfahren und respektiert- so sollte eigentlich das Bild älterer Menschen in der Gesellschaft sein. Stattdessen sind ältere Menschen oft Zielscheibe von „Ageism“ und Altersdiskriminierung. Ageism meint die Annahme, dass ältere Menschen auf Grund ihres Alters irgendwie defizitär sind. Sie werden auf Grund von Vorurteilen auf ihr Alter reduziert und damit daran gehindert, ihre Menschenrechte in vollem Umfang zu genießen. Ältere Menschen stellen den Großteil der Weltbevölkerung da und sind eine sehr heterogene Gruppe. Die Gefahr der Altersdiskriminierung droht mit zunehmender Lebenserwartung jedem. Sie hat auch negative Effekte auf jüngere Generationen und kann zur Spaltung zwischen den Generationen beitragen. Durch die Corona-Pandemie verstärkt sich die Altersdiskriminierung, weil ältere Menschen für Lockdowns und andere Maßnahmen verantwortlich gemacht werden.

Die Unabhängige Expertin für die Rechte älterer Menschen der Vereinten Nationen, Dr. Claudia Mahler, fordert Mitgliedstaaten, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und andere Organisationen auf, an ihrem Bericht zum Thema „Ageism und Altersdiskriminierung“ an den UN-Menschenrechtsrat mitzuwirken. Dabei ist ihr Ziel Altersdiskriminierung sichtbar zu machen, Gründe zu erkennen, Rechte der Älteren zu beschreiben und Empfehlungen zum Schutz vor Altersdiskriminierung auszusprechen. Wer mitwirken will, kann Mahlers Fragebogen auf Englisch, Spanisch oder Französisch ausfüllen, dabei geht es um Gründe für die Manifestation von Altersdiskriminierung, gesetzliche Rahmenbedingungen, Politik im Bezug auf Altersdiskriminierung. In erster Linie bittet Sie um konkrete Beispiele.

Mahler setzt sich ebenso für die Rechte älterer Frauen ein. Denn Altern ist nicht geschlechterneutral. Besonders im Alter sind Frauen der Diskriminierung auf Grund ihres Geschlechts ausgesetzt. Sie leiden häufiger unter Altersarmut, haben weniger Zugang zu Gesundheitssystemen oder angemessenem Wohnen. Außerdem werden sie öfter Opfer von Gewalt und Missbrauch. Mahler hofft auch hier auf die Beteiligung von offiziellen Organisationen und der Zivilbevölkerung. Sie möchte die geschlechtsspezifischen Herausforderungen sichtbar machen und zeigen, in welcher Hinsicht Frauen im Alter andere Erfahrungen machen als Männer. Sie möchte Gründe für Diskriminierung aufzeigen und Empfehlungen herausarbeiten, diese zu verhindern. Im Fragebogen geht es um partizipative Fragen, verschiedene Formen der Diskriminierung und auch die Situation von LGBTQ Frauen, Frauen mit Einschränkungen und Frauen mit Migrationshintergrund. Vordergründig sucht Mahler aber auch hier konkrete Beispiele.


Beide Fragebögen können bis zum 22. März 2020 unter olderpersons@ohchr.org eingereicht werden. Sie finden Informationen und Fragebögen unter:


www.ohchr.org/EN/Issues/OlderPersons/IE/Pages/AgeismAgeDiscrimination.aspx

www.ohchr.org/EN/Issues/OlderPersons/IE/Pages/cfi-human-rights-of-older-women.aspx

 

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