Logo   Newsletter Juni 2021
 
 
 
   
 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

ich heiße Sarah Rondot, bin 22 Jahre alt und studiere im schönen Freiburg. Für den medhochzwei Verlag schreibe ich die Kinderbuchreihe „Der Daily Lama“ und habe nun seit Februar 2021 die Nachrichten für den ProAlter Newsletter übernommen. Gerade weil ich jung bin, finde ich die Themen rund um das Alter spannend. Ich glaube, dass es innerhalb der Gesellschaft wichtig ist, zuzuhören und auch als junger Mensch die Probleme und Hoffnungen der Älteren zu kennen.

Ich persönlich schreibe mit meiner Oma Briefe und finde ihren Blickwinkel auf die Dinge immer bereichernd. Bei meiner Recherche für den ProAlter Newsletter stoße ich oft auf Themen, die mir vorher nicht bewusst waren, die mich faszinieren und neugierig machen. Ich hoffe diese Faszination spüren Sie bei der Lektüre. Viel Spaß!

In diesem Newsletter erwartet Sie ein spannendes Porträt einer kleinen Roboterdame, Informationen über ein innovatives Schulungsprogramm für ältere Menschen, Neues von der deutschen Alzheimergesellschaft sowie ein spannendes Interview mit Demenzbotschafterin Sophie Rosentreter.

Um Demenz in einem anderen Rahmen geht es auch bei dem Projekt Demenz und Migration der deutschen Alzheimer Gesellschaft. Etwa 18,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben in Deutschland. 1,8 Millionen von ihnen sind über 65 Jahre alt. Wie können wir diesen Menschen Zugang zu wichtigen Informationen rund um das Thema Demenz verschaffen, das fragte sich die Deutsche Alzheimer Gesellschaft.

Roboterdame Emma sorgt in der Demenz-Wohngruppe Kiel einmal die Woche für Spaß und Abwechslung. Sie ist Teil eines Pilotprojektes der Diakonie mit humanoiden Robotern. Dabei geht es nicht darum, Arbeiten wie schweres Heben oder Putzen abzunehmen, sondern die Bewohnerinnen und Bewohner dann zu unterhalten, wenn das Personal gerade keine Zeit hat. Das Pilot-Projekt hat schon viele Anfragen und wird bald zum Start-up, sodass Emma viele Pflegeheime bereichern kann.

Im Umgang mit digitalen Medien fühlen sich Seniorinnen und Senioren oft abgehängt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) beschloss, etwas dagegen zu tun und ihren Mitgliederinnen und Mitgliedern das zweistufige Angebot „Digitale Teilhabe für Seniorinnen und Senioren in der EVG“ zu bieten.

Ganz im Sinne Sophie Rosentreters: die Demenzbotschafterin plädiert für einen offenen Umgang mit Demenz und mehr Leichtigkeit mit dem Thema. Im Interview erzählt Rosentreter von ihrem neuen Filmprojekt „Alles anders – Wie leben mit Demenz“ mit dem sie sich an An- und Zugehörige von Menschen mit Demenz wendet.

Ihre Sarah Rondot
und das Team des medhochzwei Verlages

 
   
 
   
 



„Kulturelle Teilhabe im Alter“ Heft 2/2021
 

Die Teilhabe an Kunst und Kultur ist ein unverzichtbares Menschenrecht. In Zeiten von Corona können viele ältere Menschen dieses Recht nicht wahrnehmen.

Die Beiträge in dem Heft machen deutlich, wie wichtig Kulturelle Bildung im Alter ist und warum es höchste Zeit ist, das Grundrecht auf kulturelle Teilhabe in den Senioren- und Pflegeeinrichtungen wieder zu gewährleisten.
Eindrücklich wird belegt, „wie kulturelle Praxis Gesundheit und Wohlbefinden (nicht nur) im Alter fördert, wie sie Ausdrucksformen ganz eigener Welten schafft, wie sie professionell Pflegende zum lebendigen Kern ihrer Arbeit führen kann und last, but not least hilft, die Gräben zwischen

den Generationen, die die pandemiebedingten Maßnahmen neu gegraben haben, ´auf Flügeln der Kunst´ zu überwinden!“ (aus dem Editorial Heft 2/2021).

Hier geht´s zur neuen Print-Ausgabe.

 
   
 
   
 

 

Menschen mit Migrationshintergund über Demenz informieren




Etwa 18,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben laut dem statistischen Bundesamt in Deutschland. 1,8 Millionen von ihnen sind über 65 Jahre alt. Eine Studie des Robert-Koch Instituts kam zu dem Ergebnis, dass Menschen mit Migrationshintergrund im Vergleich zu ihrer Altersgruppe deutscher Bürgerinnen und Bürger höhere Gesundheitsrisiken haben. Somit ist auch das Risiko wesentlich höher, an Demenz zu erkranken. Das liegt unter anderem an dem erhöhten Armutsrisiko und am geringen sozialen Status. Diese Menschen werden oft schwer erreicht und unzureichend mit Informationen versorgt.
Viele beherrschen die deutsche Sprache nicht oder haben ihre Kenntnisse durch die Demenz wieder verloren. Die Internetseite www.demenz-und-migration.de will auf Menschen mit Migrationshintergrund zugehen. Das Projekt der Deutschen Alzheimer Gesellschaft hat das Ziel, in der Muttersprache der Angehörigen über Demenz aufzuklären. Informationen sind auf Türkisch, Polnisch und Russisch erhältlich. Außerdem versorgt das Projekt Pflegeheime mit  Informationsbroschüren in den entsprechenden Sprachen. Auf der Website gibt es Informationen über Demenz, Migration aber auch Kultursensibilität. Auch werden Materialien und Adressen für Hilfsangebote angezeigt.
Die Internetseite funktioniert in Kooperation mit „Demenz Support Stuttgart“, sodass sie ständig weiterentwickelt werden kann. Zwei weitere Sprachen sowie eine übersichtliche Netzwerkkarte der Unterstützungsangebote wurden kürzlich hinzugefügt. Die Karte wird laufend aktualisiert. Das Alzheimer Telefon, bei welchem ausgebildete Fachkräfte am Telefon über Demenz aufklären, wird mittwochs von 10 bis 12 Uhr auf Türkisch bedient. Finanziert wird das Projekt von der Robert Bosch Stiftung.

 
   
 
   
 
 
   
 
   
 


Ein Roboter, der zum Tanz auffordert – Roboter Emma in Demenzwohngruppe Kiel



Die Bewohnerinnen und Bewohner der Demenz Wohngruppe Kiel lachen und winken, wenn sie Emma sehen. Doch Emma ist keine kleine Katze oder ein Kind, nein, Emma ist ein Roboter. Seit 2017 kommt der menschlich anmutende Roboter im Rahmen eines Pilotprojektes der Diakonie einmal die Woche in die Wohngruppe. Das Ziel ist nicht, beim Kochen, Putzen oder Transportieren zu helfen, sondern die Menschen mit Demenz zu aktivieren. Und dazu hat Emma eine Menge Möglichkeiten: Sie kann zum Tanz auffordern, ihre Arme schwenken und den Kopf bewegen und sogar einfache Fragen beantworten. Auf Brusthöhe trägt sie ein Tablet, auf dem die Bewohner ein Quiz-Spiel auswählen oder sich ein Lied wünschen können.

Benjamin Seidel, Geschäftsbereichsleiter Pflege in der Diakonie Altholstein, erklärt: „Ein Tablet alleine wirkt wenig anregend, doch eingebaut in Emma fördert es eine richtige Mitmach-Stimmung.“

Hier weiterlesen.

 
   
 
   
 
 
   
 
   
 



Ältere der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft werden selbst zu Digital-Trainern



Abgehängt, so fühlen sich Seniorinnen und Senioren oft, wenn es um digitale Medien geht. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wollte dem mit Schulungen von älteren Mitgliedern entgegenwirken. Das Projekt „Digitale Teilhabe für Seniorinnen und Senioren in der EVG“ hatte zwei Stufen. Zunächst besuchten ältere Mitglieder aus den einzelnen Lokalverbänden die Schulungen. Sie wurden dann selbst zu Trainerinnen und Trainern ausgebildet, um ihr neues Wissen in ihrer Region weitergeben zu können. Der erste Durchlauf des Projektes ist abgeschlossen und insgesamt 13 Trainerinnen und Trainer wurden in ihre Regionen entsandt. Das Feedback der Teilnehmenden ist durchweg positiv. Sie lernten in den Schulungen technisches Wissen, Präsentations- und Moderationstechniken sowie Tipps zur Organisation von Veranstaltungen. Außerdem konnten die Älteren selbst auf die Inhalte Einfluss nehmen und sich beispielsweise detaillierte Informationen zum Online-Banking wünschen.

Tanja Trost, die bei der EVG für die Seniorinnen und Senioren zuständig ist, erzählt: „Wir wussten nicht, ob das funktioniert, aber das Projekt ist ein Renner. Es gibt schon viele Anmeldungen für die nächste Schulung. Und in unserer Gewerkschaft ist es sehr gut angesehen, weil es den Zusammenhalt fördert und das Bewusstsein dafür, dass niemand abgehängt wird.“ Diese kleinen Stellschrauben, wie Video-Telefonie und Online-Banking, können die Lebensqualität der Seniorinnen und Senioren deutlich erhöhen. Die EVG ist nach eigenen Angaben die einzige Gewerkschaft, die sich um die digitale Bildung ihrer Seniorinnen und Senioren kümmert. Sie könnte dabei mit ihrem dauerhaften Projekt bundesweit zum Vorbild werden.

 
   
 
   
 


... Demenzbotschafterin Sophie Rosentreter.

Sophie Rosentreter war MTV-Moderatorin und drehte Reportagen (z. B. für Stern-TV). Heute hat sie es sich als Demenzbotschafterin zur Lebensaufgabe gemacht, Demenz mit Leichtigkeit zu begegnen. Ihr Engagement wurde bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet – so wurde sie z. B. zum "Freund der Pflege" beim Deutschen Pflegetag 2018 gekürt. Ihr neuestes Projekt ist der Film „Alles anders – Wie leben mit Demenz“ – der vom medhochzwei Verlag herausgegeben wird.


Für wen ist der Film „Alles anders – Wie leben mit Demenz“ gedacht?
Dieser Film ist für begleitende An- und Zugehörige von demenziell veränderten Menschen gedacht – also für die Familie, Freunde, aber auch die Nachbarschaft. Im Endeffekt geht Demenz uns ja alle an, weil wir eine immer älter werdende Bevölkerung sind und wir Menschen mit Demenz in die Mitte unserer Gesellschaft holen müssen. Dieser Film soll dazu beitragen, dass Demenz ein Teil des Lebens ist und wir die Angst und Scham abbauen.
 


Welches Ereignis hat Sie dazu gebracht, sich intensiv mit Demenz zu beschäftigen und auch Filme über das Thema zu drehen?
Ich komme aus der Film- und Fernsehbranche und als meine Großmutter Ilse Alzheimer bekam, startete ich mit der Idee, Filme für Menschen mit Demenz zu machen. So ist „Ilses weite Welt“ entstanden. Mittlerweile mache ich viele andere Projekte, Vorträge, Bücher rund um Aufklärung zum Thema „Demenz mit Leichtigkeit begegnen“. Mir geht es dabei um vielseitige Möglichkeiten, neue Herangehensweisen, Vermittlung von Kompetenz, Ermutigung und Mitgefühl. Durch einen Blickrichtungswechsel können Angehörige und professionell Pflegende den Pflegealltag besser gestalten und die Beziehungen können wachsen und vertieft werden. Dieser Film hätte meine Familie in der Pflege und Begleitung meiner Großmutter sehr weitergeholfen und wir hätte viel mehr schöne Momente teilen können.

Was ist das Wichtigste, das Sie über Demenz seit ihrer Recherche dazugelernt haben, was Sie vielleicht vorher so nicht erwartet hätten?
Demenz heißt übersetzt „weg vom Geist“ oder „abnehmender Geist“. Ja, der Verstand nimmt ab, aber das Gefühl, die Seele bleibt – und sie ist bis zum Schluss zu erreichen! Demenz bedeutet also für mich „hin zum Gefühl“ – und das ist das, was wir von und mit Menschen mit Demenz lernen können. Mitgefühl, Ruhe, Respekt, aber auch Fantasie, Feingefühl, Neugier, Überraschung und Humor. Wir, als verkopfte Gesellschaft, in der Fortschritt zählt und der Verstand alles zu sein scheint, können vielleicht ein wenig an dieser Diagnose gesunden und merken, worauf es wirklich im Leben ankommt.

 
   
 
   
 



Zum internationalen Tag der Pflegenden, der regelmäßig im Mai im Gedenken an Florence Nightingale begangen wird, hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe zwei Vorschläge zur möglichen Entlastung der professionellen Pflege in Deutschland gemacht:
Helmut Kneppe, Vorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), fordert, zur Unterstützung der professionellen Pflege, Netzwerke aus helfenden Nachbarn zu stärken. Zur Entlastung könnten zudem ausländische Pflegefachkräfte beitragen.


Kneppe erklärte:
„ Am Tag der Pflegenden wird zurecht betont, dass die Rahmenbedingungen für die professionellen Pflegekräfte neu gestaltet werden müssen. Die Corona-Pandemie hat uns die Dringlichkeit noch einmal deutlich vor Augen geführt. Es gibt gute Vorschläge, wie die professionelle Pflege nah am Menschen gut gelingen und gestärkt werden kann.“
Kneppe fügte hinzu: „Das KDA weist hier aus der Erfahrung mit entsprechenden Projekten auf zwei Möglichkeiten hin, die insbesondere mit Blick auf den demografischen Wandel nicht außer Acht gelassen werden sollten: Ein Netzwerk aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern kann die hochprofessionelle Arbeit der Pflegekräfte erfolgreich ergänzen und die Familien der pflegebedürftigen Menschen entlasten. Das KDA hat festgestellt, dass gerade ältere Menschen sich sehr gerne aktiv am bürgerschaftlichen Engagement beteiligen. Diese ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe gilt es zu stärken und durch Begleitung gut zu gestalten.

Zum anderen sehen wir eine Möglichkeit, unsere professionellen Pflegekräfte zu entlasten, in dem die unterbesetzten Teams durch angeworbene Pflegefachkräfte aus Drittstaaten verstärkt werden. Die Erfahrungen, die wir mit der Anwerbung, der Anerkennung und der Ausbildung ausländischer Pflegefachkräfte gesammelt haben, zeigen, dass zum Gelingen der Integration die Schaffung einer Willkommenskultur ganz erheblich beiträgt. Dazu hat das KDA einen Werkzeugkoffer ‚Willkommenskultur & Integration‘ zusammengestellt.“

 
   
 
   
 
 
   
 
   
 

 

Folge 27:
Behandlungswege (medikamentös und nicht-medikamentös)



Demenz kann medikamentös, aber auch nicht-medikamentös behandelt werden. Wir sprechen mit dem Neurologen Dr. Ingo Kilimann über die vorhandenen Medikamentengruppen und stellen nicht-medikamentöse Verfahren vor, die die Identität stärken und helfen, alltagswichtige Funktionen möglichst lange zu erhalten. Im Anschluss an die Sendung sprechen wir mit der Ergotherapeutin Cathrin Michels darüber, was Ergotherapie bei Menschen mit Demenz bewirken kann.

Jetzt in den aktuellen Podcast reinhören.

 
   
 
   
 

 
   
 
 


Erscheint demnächst:

Bettig et al.
Digitalisierung in der Pflege

 
 
 


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Lüdke/Lüdke
La Le Lu 2.0 

 
 
 


Gerade erschienen:

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Geschäftsführung: Julia Rondot

 
   
 
 
 

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