Logo   Newsletter September 2021
 
 
 
   
 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Newsletter steht das Thema Demenz im Mittelpunkt. Denn am 21. September findet der Welt-Alzheimertag statt, dies haben wir zum Anlass genommen, das Thema aus ganz unterschiedlichen Richtungen zu beleuchten. Sie erfahren, warum es den Welt-Alzheimertag überhaupt gibt und wo Sie Veranstaltungen rund um das wichtige Ereignis finden.
Im Monat, der im Sinne der Aufklärung über Demenz steht, sollten Sie sich unbedingt das britische Drama „The Father“ im Kino anschauen.

Außerdem lesen Sie über den Zusammenhang von Schwerhörigkeit und Demenz.
Im Interview geht es hingegen nicht um Alzheimer, sondern um Sexualität im Alter. Die ehemalige Krankenschwester und Pflegemanagerin Gabriele Paulsen erklärt, warum auch ältere Menschen ein Recht auf Nähe und Berührung haben.

Ein Viertel der über 50-Jährigen hat laut einer aktuellen Befragung noch nie einen Hörtest gemacht. Dabei sind die Auswirkungen von Schwerhörigkeit auf die soziale Isolation und der Zusammenhang mit einer Demenz wissenschaftlich bestätigt. Der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie, HNO-Ärzte und Hörakustiker fordern nun regelmäßige Hörtests ab 50 Jahren, die in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse aufgenommen werden.

Ich habe mich für die Recherche dieses Newsletters mit Popcorn und Apfelschorle ausgestattet und es mir im Kinosessel gemütlich gemacht. „The Father“, ein britisches Drama um einen Vater (Anthony Hopkins) mit Demenz, der von seiner Tochter (Olivia Colman) gepflegt wird, hat mich mitgerissen und berührt. Erfahren Sie, was das Besondere an der Perspektive des Kinofilms ist und warum Sie diesen ungewöhnlichen Film im September nicht verpassen sollten.

Im Interview erzählt Gabriele Paulsen, ehemalige Krankenschwester und Qualitätsmanagerin, wie wichtig Körperkontakt und Nähe auf Augenhöhe auch im Alter sind. Sie erklärt, wie sie sich den Umgang mit Sexualität im Alter wünscht und wie Räume für Privatsphäre in Pflegeheimen fehlen. Dabei geht es ihr um institutionelle Konzepte der Enttabuisierung und um eine klare Abgrenzung zur Dienstleistung Pflege. Sie plädiert für mehr Gelassenheit im Umgang mit Sexualität im Alter.

Genießen Sie die Lektüre.


Ihre Sarah Rondot
und das Team des medhochzwei Verlages

 
   
 
   
 



Wohnen 6.0: Mehr gemeinsam entscheiden, verantworten und gestalten
 

Wie will ich im Alter leben und wohnen? Wie kann es gelingen, trotz Hilfe- und Pflegebedarf zufrieden, selbstbestimmt und gut versorgt zu sein?
Antworten auf diese Fragen gibt u. a. Ursula Kremer-Preiss vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) mit dem Konzept Wohnen 6.0 und Kathleen Battke mit gemeinschaftlichen Wohnprojekten. Das Thema ist nicht neu; seit Jahrzehnten wird nach Wegen gesucht.

Allerdings haben wir gerade in den letzten beiden Jahren während der pandemiebedingten Einschränkungen besonders gespürt, welch große Bedeutung unsere persönliche Wohnsituation, aber auch unser Wohnumfeld für unser eigenes Wohlergehen haben.
In der aktuellen Ausgabe von ProAlter (Heft 3/2021) werden innovative Lösungen vorgestellt, die das Thema auch über die eigene Häuslichkeit hinaus betrachten.

Das Konzept Wohnen 6.0 will einen Beitrag dazu leisten, stationäre Pflegeeinrichtungen nicht nur als Wohnräume weiterzuentwickeln, sondern auch eine Kontinuität in den Sozialräumen zu ermöglichen sowie pflegerische Vollversorgung in unterschiedlichen, auch nicht-stationären, Wohnsettings zu gestalten.

Hier geht's zur Print-Ausgabe.

 
   
 
   
 


Hörversorgung ist Demenzvorsorge –
Bundesverband der Hörsysteme-Industrie, HNO-Ärzte und Hörakustiker fordern regelmäßige Hörtests ab 50 Jahren


 

Laut einer aktuellen Befragung hat ein Viertel der über 50-Jährigen noch nie einen Hörtest gemacht. Dabei sind die Zusammenhänge zwischen Schwerhörigkeit und sozialer Isolation sowie das erhöhte Risiko einer Demenzerkrankung wissenschaftlich belegt. Der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie (BVHI) fordert nun gemeinsam mit HNO-Ärzten und Hörakustikern regelmäßige Hör-Checks per Fragebogen ab dem 50. Lebensjahr in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen. Die kurzen Mini-Hörtests könnten dann schnell und unkompliziert in jeder beliebigen Arztpraxis durchgeführt werden. Wenig Zeitaufwand, der die Versorgung mit Hörsystemen signifikant steigern und viele Demenzerkrankungen verhindern oder verzögern könnte. Denn die eingeschränkte Leistungsfähigkeit, die durch eine Demenz entsteht, kann durch schlechtes Hören weiter beeinträchtigt werden. Zudem ist (Alters-)Schwerhörigkeit ein Risikofaktor für die spätere Entwicklung einer Demenz. Umgekehrt kann das Genießen von Musik oder selbst zu musizieren die Lebensqualität von Menschen mit Demenz erhöhen.

Passend zu den Forderungen nach Hörtests zur Demenzvorsorge bringt Prof. Dr. Andreas Fellgiebel, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, in einer Schulung des medhochzwei Verlags vom 22. Juni die Zuhörer auf den neuesten Wissensstand rund um (schlechtes) Hören und Demenz. Die Schulung richtet sich an Angehörige von Menschen mit Demenz und professionell Pflegende, um eine Sensibilität für die Hörfunktion im Alter und ihren Einfluss zu entwickeln. Dazu bietet Fellgiebel praktische Möglichkeiten, die geistige Leistungsfähigkeit, Kommunikation und das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz zu verbessern.

Noch bis zum 30. September 2021 können Sie sich kostenlos in der medhochzwei Online-Akademie anmelden und die aufgezeichnete Schulung ansehen.

 
   
 
   
 
 
   
 
   
 



"Demenz – genau hinsehen!" :
Der Welt-Alzheimertag findet ab 21. September statt




Am 21. September 2021 ist Welt-Alzheimertag. Unter dem Motto „Demenz – genau hinsehen!“ finden auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Vorträge, Tagungen, Gottesdienste und Benefizkonzerte statt. Im Rahmen einer Demenz-Woche vom 20. bis zum 26. September gibt es vielfältige Angebote. Den Welt-Alzheimertag gibt es seit 1994, er möchte auf die Krankheit aufmerksam machen und die Situation der Demenzkranken und ihrer Familien in den Fokus stellen. Denn medizinische Behandlung, Beratung, soziale Betreuung, fachkundige Pflege und vieles mehr kann den Kranken und ihren Angehörigen sehr helfen. Das Motto dieses Jahr „Genau hinsehen“ geht laut der Deutschen Alzheimergesellschaft darauf ein, dass nach der Diagnose einer Demenz oft nur noch die Krankheit und nicht der Mensch gesehen wird. Der Welt-Alzheimertag plädiert für einen offenen Umgang mit Demenz, respektvoll und auf Augenhöhe. Jede und Jeder kann im eigenen Umfeld aufmerksam sein und genauer hinschauen, wenn jemand ungewöhnliches Verhalten zeigt und eine Demenz vermutet werden kann.

Das Thema Demenz wird für die Gesellschaft immer relevanter werden. Schon heute sind 50 Millionen Menschen weltweit an einer Demenz erkrankt, zwei Drittel von ihnen in Entwicklungsländern. Bis zum Jahr 2050 werden es voraussichtlich 152 Millionen Menschen mit Demenz sein. Demenz kann man bis jetzt nicht heilen, aber Aktionen wie der Welt-Alzheimertag geben den Anstoß, einen richtigen Umgang mit Demenz und vor allem mit Menschen mit Demenz zu finden.

Auf der Website des Welt-Alzheimertages können Sie sich über die Aktionen informieren und selbst geplante Veranstaltungen anmelden.

 
   
 
   
 


... Gabriele Paulsen.
 

Sie sind ehemalige Krankenschwester und klären nun über Sexualität und Zärtlichkeit im Alter auf. An wen richtet sich Ihre Aufklärung? Haben Menschen Ihrer Meinung nach ein Leben lang ein Bedürfnis nach Sexualität?
Aufklärung ist nicht nötig, denke ich – wir wissen alle, wie wichtig Körperkontakt und Berührung für jeden von uns ist. Vor allem gleichberechtigt auf Augenhöhe, also nicht wie in der Pflege.

Dort finden wir ein Abhängigkeitsverhältnis vor, nämlich eine(n) Unterstützungsgeber*in und eine(n) Pflegeempfänger*in und natürlich geht dieses Bedürfnis im Alter nicht verloren und doch kann die Sexualität oder der Wunsch nach Erotik eine andere Form annehmen, als in jungen Jahren.

Wie schätzen Sie den Umgang unserer Gesellschaft mit Sexualität im Alter ein? Ist es möglich, Wünsche nach Zärtlichkeit zu leben, wenn man in einem Pflegeheim wohnt oder immobil ist? Und was hat das Ihrer Erfahrung nach für Auswirkungen, wenn solche Bedürfnisse nicht erfüllt werden?
Alterssexualität ist nicht sexy und sehr schambehaftet. Um diesen Wunsch nach Zärtlichkeit offen kundzutun, braucht es viel Mut und Selbstbewusstsein. Auch die eigene sexuelle Sozialisation hat Auswirkungen auf mein Verhalten und Handeln im Alter. Auch die Auswirkungen unerfüllter Bedürfnisse sind daher ganz unterschiedlich. Das Pflegepersonal steht „neuen“ Begegnungen in der Einrichtung meist sehr aufgeschlossen gegenüber, weil sie wissen, dass Verliebtsein die beste Motivation und auch Mobilitätsförderung ist. Doch oft mischen sich dann Zu- oder Angehörige ein, weil es schwerfällt die Mutter oder den Vater in einer neuen Beziehung zu sehen. Ich denke jedoch, dass allein sein uns schwermütig macht. In einer Senioreneinrichtung fehlen nach meiner Erfahrung oft Räume der Zweisamkeit. Es gibt schmale Betten geschlechtergleiche Doppelzimmer und auch Störungen zu jeder Tages- und Nachtzeit sind nicht ausgeschlossen – das ist schade.
[...]


Hier weiterlesen.

Gabriele Paulsen ist ehemalige Krankenschwester und Qualitätsmanagerin in der Pflege.
Mit ihrer Erfahrung hat sie sich dem Thema der Sexualität im Alter gewidmet. Mit der Gründung des Sexualbegleitungs-Services „Nessita“ hat sie ein Unternehmen gegründet, was die Aufklärung über körperliche Nähe und selbstbestimmte, sinnliche Intimität von Senioren und immobilen Menschen in den Mittelpunkt stellt. Des Weiteren leitet sie Seminare und Workshops zum Thema Beziehungsgestaltung im Alter und Gewaltprävention für alle an der Pflege Beteiligten.


Weitere Informationen zum Sexualbegleitungs-Service "Nessita" finden Sie HIER.
 

 
   
 
   
 
 
   
 
   
 

 

Folge 30:
Verschiedene Demenz-Formen



 

Demenz ist nicht nur Alzheimer, es gibt auch eher seltene Demenzformen, die teilweise andere Symptome und einen anderen Verlauf haben. Gerade, wenn statt Gedächtnisproblemen zum Beispiel Veränderungen im Verhalten, in der Beweglichkeit oder auch bei den Augen auftreten, denken viele nicht an eine Demenz. Wir stellen in diesem ersten Teil die Lewy-Body-Demenz, die frontotemporale Demenz, die progressive Supranukleäre Lähmung und die Neuronale Ceroid Lipofuszinose, landläufig bekannt als Kinderdemenz, vor.

Jetzt in den aktuellen Podcast reinhören.

 
   
 
   
 

 
   
 
 



Gerade erschienen:

Bettig et al. (Hrsg.)
Digitalisierung in der Pflege

 
 
 



Erscheint demnächst:

Bettig/Maucher/Spitz (Hrsg.)
Praxiswissen Pflegebudget im Krankenhaus

 
 
 



Gerade erschienen:

Hildebrandt/Stuppardt (Hrsg.)

Zukunft Gesundheit – regional, vernetzt, patientenorientiert

 
 
   
 

 
   
 
 
Trailer zum Online-Seminar: Mit Demenz umgehen – Kommunikation mit Menschen mit Demenz
Wenn wir mit Menschen mit Demenz sprechen, sollten wir sie nicht korrigieren und mit Fehlern konfron...
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MENSCH GESUNDHEIT! Heinz Lohmann trifft Ilona Renken-Olthoff
Im Web-TV-Talk MENSCH GESUNDHEIT! trifft Professor Heinz Lohmann prominente Gäste. In dieser ersten ...
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Der Kinofilm „The Father“ zeigt Demenz aus einer ungewohnten Perspektive



Der achtzigjährige Anthony (Anthony Hopkins) leidet an einer fortschreitenden Demenz. Das will er aber nicht anerkennen, denn ein Leben lang hat er selbstständig in seiner schönen Londoner Wohnung gelebt. Seine Tochter Anne (Olivia Colman) gibt alles für die Pflege ihres Vaters. Doch Anne möchte bald mit ihrem Mann nach Paris ziehen und versucht, eine Lösung für Anthony zu finden. Der stellt sich quer und vergrault eine Pflegerin nach der anderen, so dass Anne immer mehr an ihre Grenzen kommt und die Beziehung der beiden auf harte Proben gestellt wird.

„The Father“ hat zwei Oscars gewonnen. Das Drama des französischen Autors Florian Zeller geht wirklich unter die Haut. Das liegt vor allem an der einnehmenden Perspektive. Die Geschichte ist nämlich nicht aus der Sicht von Anne selbst, sondern aus Anthonys Augen erzählt. Als Zuschauerin weiß ich selbst nicht, ob das wirklich Anthonys Wohnung ist und warum sie plötzlich ganz anders aussieht. Warum ist es plötzlich Zeit zum Abendessen, es war doch eben erst acht Uhr morgens? Und warum kommt ihn seine jüngere Tochter Lucy nie besuchen, die er so schmerzlich vermisst? Man fühlt sich irgendwann genau so verloren wie Anthony selbst, der nicht nur an seiner Umgebung, sondern auch an dem guten Willen seiner Tochter immer wieder zweifelt. Man fühlt mit Anthony als er schließlich fragt: „Wer bin ich eigentlich?“
Ich habe das Gefühl, Anthony und seine Tochter ein bisschen kennenzulernen und in einigen Szenen muss ich schmunzeln, weil der Charmeur und Witzbold, der in Anthony steckt, durchblitzt. Diese Momente entstehen auch dadurch, dass Anne die Demenz ihres Vaters annimmt und auch auf seine ausgedachten Geschichten eingeht: „Du hast gestern erzählt, dass du früher Profi Stepptänzer warst Papa“, er antwortet : „Wirklich? Ich wusste gar nicht dass ich tanzen kann. Tja, ungeahnte Talente.“
Der Film lässt mich berührt und nachdenklich zurück. Die Art wie die Demenz hier erzählt wurde, finde ich eine gute Idee. Denn sie zeigt nicht die Außenperspektive und trotzdem wird klar, was für eine Herausforderung Demenz für die Angehörigen ist. Ich würde den Film absolut empfehlen.

 
   
 
   
 

 
   
 
 



Deutscher Pflegetag 2021

Deutschlands führender Pflegekongress


CityCube Berlin,
13. bis 14. Oktober 2021, online
 

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Seminar-Reihe:
"Mit Demenz umgehen"

 

Alle Seminare sind 
jetzt kostenfrei &
on demand verfügbar

 

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medhochzwei Verlag GmbH

Alte Eppelheimer Str. 42/1

69115 Heidelberg

 

Tel.: +49 (0) 62 21 / 9 14 96 - 0

Fax: +49 (0) 62 21 / 9 14 96 - 20

E-Mail: info@medhochzwei-verlag.de

 

Steueridentifikationsnummer

USt-IdNr.: DE267309671

Handelsregisternummer

HRB 707 763, Amtsgericht Mannheim

Ansprechpartner: Julia Rondot

Geschäftsführung: Julia Rondot

 
   
 
 
 

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