„Ach, ist das aber süß…“ Assistenzroboter werden unter anderem in der Betreuung von demenzkranken Personen schon länger eingesetzt. Die Robbe „Paro“ scheint dabei fast allen ein Begriff zu sein. Derartige Assistenzsysteme, die oft Tieren nachempfunden werden, können auch Lisa oder Ole heißen und wie Katzen oder Hunde aussehen. Neben diesen kleinen kuscheligen Begleitern können Roboter inzwischen aber auch fast „menschlich“ aussehen und handeln:
Foto: Dr. Kristina Mann
So werden Mahlzeiten serviert, Stützstrümpfe gewechselt, für Unterhaltung und Mobilisation gesorgt und in Echtzeit soziale Signale wahrgenommen, auf die empathisch reagiert wird – so wie die Roboterfigur „Navel“, die von der Evangelischen Heimstiftung seit 2023 eingesetzt wird und zu der Ergebnisse auf dem Jahreskongress „Altern ohne Grenzen“ der DGGG im September in Kassel vorgestellt wurden. Oder sie heißen auch GARMI, der an der Technischen Universität München entwickelt und als echter Alltagshelfer getestet wird.
In einer Zeit, die von steigendem Pflegebedarf und Fachkräftemangel geprägt ist, könnten Assistenzroboter zur Entlastung des Pflegepersonals beitragen, indem sie Routineaufgaben übernehmen. Doch die Einführung von Robotern wirft auch ethische Fragen auf: Kann und soll Technik menschliche Nähe und Zuwendung ersetzen? So skizziert auch die Gerontologin und Autorin Nina Lauterbach-Dannenberg in „Die Bots – Eine Novelle um Künstliche Intelligenz und Liebe im Alter“ eine vollständig roboterbasierte Umgebung in einer fiktiven Seniorenresidenz im Jahr 2032, in der zwar die Grundbedürfnisse der (alten) Menschen bedient werden, aber nie wirklich klar wird, wer wen beherrscht. Und was passiert, als dann in dieser Welt auch noch einer der Bewohner spurlos verschwindet … dazu habe ich ihr 3 Fragen gestellt!
Somit wünsche ich Ihnen eine spannende Lektüre des aktuellen Newsletters und (wenn Sie mögen und bereits erschienene Ausgaben nochmal zur Hand nehmen) auch einiger Beiträge aus ProAlter mit verschiedenen Hintergrundinformationen!
Der Pflegeassistenzroboter GARMI entwickelt sich zunehmend zu einem unverzichtbaren Alltagshelfer und Begleiter für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Im Forschungszentrum Geriatronik in Garmisch-Partenkirchen arbeiten Forscher daran, den Roboter zu einem zuverlässigen Unterstützer weiterzuentwickeln.[...]
Mehr als 1,3 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte – So groß ist das Potenzial, das in der Altersgruppe der 55- bis 70-Jährigen bis zum Jahr 2035 aktiviert werden könnte, womit der demografisch bedingte Rückgang der Erwerbstätigkeit in dieser Altersgruppe nahezu ausgeglichen wäre. Doch tun Unternehmen und Politik in Zeiten des Fachkräftemangels genug, um die Boomer „bei der Stange zu halten“?[...]
Die Berliner Tagespflegeeinrichtung "hoffmannsgarten" hat den diesjährigen Deutschen Pflegepreis für Vielfalt und Respekt gewonnen, der von der Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern ausgelobt wird. Ausgezeichnet wurde ihr inklusives Theaterprojekt „Reise der Wünsche“, bei dem pflegebedürftige und demenziell veränderte Menschen als Schauspieler auf der Bühne stehen.[...]
3 Fragen an ...
… Nina Lauterbach-Dannenberg, Gerontologin und Autorin
Liebe Frau Lauterbach-Dannenberg, Sie waren vor einigen Jahren auf einer Tagung des Deutschen Ethikrates zum Thema "Pflege – Roboter – Ethik". Was hat Sie schließlich dazu inspiriert, darüber zu schreiben und in diesem Jahr die Novelle „Die Bots“ zu veröffentlichen?
Auf der Tagung des Deutschen Ethikrates ging es um das Thema "Pflege – Roboter – Ethik". Es wurde deutlich, dass die Technisierung der Pflege bald eine praktische Relevanz für viele Menschen haben wird. Ich wollte diese wichtige Diskussion aus dem akademischen Kontext heraus in die breite Öffentlichkeit tragen. Wir stehen vor einer rasant steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen, und Robotertechnologie sowie KI könnten wichtige Lösungen bieten, werfen aber auch ernsthafte ethische Fragen auf.
In Ihrem Roman „Die Bots“ verbinden Sie die Thematik KI und Liebe im Alter. Wie passt das zusammen?
Es war mir wichtig, nicht nur die technischen Möglichkeiten zu erforschen, sondern auch die emotionalen und sozialen Aspekte des Alterns und derer zu thematisieren, die die alternden Menschen versorgen. „Die Bots“ ist ein Versuch, das Thema für ein breiteres Publikum zugänglich und verständlich zu machen, indem menschliche Geschichten in den Vordergrund gerückt werden, die eingebettet sind in ein utopisches Setting, in dem Roboter menschliche Aufgaben übernehmen.
Sie betonen, dass Ihre Erzählung keine explizite Wertung zur Technologie im Pflegebereich abgibt. Wie balancieren Sie diese Neutralität mit der notwendigen Menschlichkeit in der Pflege?
Es ist mir wichtig, dass die Leserinnen und Leser selbst über die Bedeutung dieser Technologien nachdenken. Dabei betone ich stets, dass trotz aller technologischen Fortschritte die menschliche Nähe unersetzlich bleibt und stelle somit die menschliche Komponente – die Liebe – in den Mittelpunkt. Dadurch möchte ich zur Reflexion über das Gleichgewicht zwischen Effizienz in der Pflege und ethischen Überlegungen anregen, aber keine Wertung aussprechen. Es geht auch nicht um die Frage nach einem Pro oder Contra bezüglich technischer Unterstützung in der Pflege. Es geht um die Prozesse in der Pflege selbst – tiefgreifende Fragen der Menschlichkeit sozusagen.
Es bietet interessierten Pflegefachpersonen aus aller Welt Schutz und Vorteile: Das Gütezeichen „Faire Anwerbung Pflege Deutschland“ zeichnet anwerbende Agenturen und Arbeitgebende aus, die den gesamten Prozess der Anwerbung internationalen Personals partnerschaftlich, ethisch, fair und transparent gestalten. Bereits 54 Unternehmen erfüllen die strengen Kriterien und haben das Gütezeichen erhalten. Es wird für zwei Jahre erteilt und muss dann erneut beantragt werden. Diese neue Runde ist nun erfolgreich gestartet. Die ersten Unternehmen wurden erneut geprüft und ausgezeichnet.
In Köln fand zum ersten Mal in Nordrhein-Westfalen ein „Demenz Meet“ statt. Am 21. September, dem Welt-Alzheimer-Tag, trafen sich in der historischen Empfangshalle der Motorworld Köln-Rheinland von Demenz betroffene Menschen, Angehörige, Interessierte und Expertinnen und Experten. Eingeladen zu dem bunten und lebendigen Event hatte das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) in Zusammenarbeit mit den Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz NRW sowie weiteren Netzwerkpartnern. Das Treffen bot viele Gelegenheiten für intensiven Austausch, zur Information, vor allem aber auch für Emotionen, für gemeinsame Aktivitäten und herzliches Lachen.
Veranstaltungen
12. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz
10.–12. Oktober 2024, Fürth
Der Kongress wendet sich an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen, alle, die haupt- und ehrenamtlich in Beratung, Betreuung, Pflege und Therapie, Medizin und Wissenschaft tätig sind, sowie alle Interessierten.
Als Plattform und Netzwerkveranstaltung bringt der DPT jedes Jahr Pflege, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zusammen, um gemeinsam die Zukunft der größten Profession im Gesundheitswesen aktiv zu gestalten.
Kann meine Mutter trotz ihrer Demenz noch Autofahren? Ich merke, dass mein Mann am Steuer nicht mehr sicher ist, aber bin doch darauf angewiesen, dass er uns fährt.
Eine Demenz kann die Fahrtauglichkeit einschränken und irgendwann ist es nicht mehr möglich, Auto zu fahren. Das Thema wird von An- und Zugehörigen ungern angefasst, denn es ist nicht leicht mit jemandem zu sprechen, bei dem man Auffälligkeiten beim Fahrstil bemerkt.
In dieser Sendung geht es darum, wie man vorgehen kann, wenn man Zweifel hat, ob ein Mensch mit Demenz noch fahren kann. Außerdem geht es um die Fragen, wie man darüber spricht, welche Rolle Hausärzt:innen und Fahrlehrer:innen spielen, wie die Rechtslage ist und welche Alternativen zum Autofahren es gibt.
ProAlter Interview zur Ausgabe 3-2024 mit Christian Heerdt
Die Vereinbarkeit von Beruf und privater Pflegeverantwortung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Rund 76 Prozent der informell pflegenden Frauen und 82 Prozent der Männer sind parallel berufstätig. Wie Vereinbarkeitsstrategien für Arbeitnehmer und Arbeitgeber aussehen können, darüber sprechen Adelheid von Spee, Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit dem Aufgabenschwerpunkt Pflegevereinbarkeit im KDA und Christian Heerdt, Fachbereichsleiter im KDA und Mitherausgeber ProAlter.
Das Servicezentrum Pflegevereinbarkeit im KDA koordiniert das Landesprogramm Vereinbarkeit von Beruf & Pflege NRW. Dabei geht es zum einen um die Perspektive der Arbeitgeber, etwa um die Bedeutung von Vereinbarkeitsangeboten für die Fachkräftegewinnung und -sicherung. Zum anderen geht es um Unterstützungsmöglichkeiten für informell pflegende Beschäftigte und Erfahrungen von Pflege-Guides, die als Ansprechpartner selbst in Kleinstbetrieben erste Anlaufstelle sind.
Die Themen des Interviews finden sie als ausführliche Beiträge auch im aktuellen Heft.