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Über das Verhältnis von Freiheit und Begrenzung

Schon Wilhelm von Humboldt hat bereits vor 200 Jahren erkannt, dass Gesundheitsfürsorge des Staates die Freiheitsziele der in England, Frankreich und den USA aus der Taufe gehobenen zivilen Menschenrechtsverfassungen, deren Kernaussagen – zumindest auf dem Papier – auch heute noch gültig sind, arg limitieren kann. Schaut man in die Geschichte der Entstehung der „civil rights“ mit der zentralen bürgerlichen Freiheitsidee, so fällt auf, dass relativ zeitgleich auch der diese Freiheiten einschränkende staatlich verordnete Gesundheitsschutz entstand.

Das war u. a. den politisch-philosophischen Vorstellungen geschuldet, dass ein freier Geist am besten in einem gesunden Körper zum Zuge kommen würde (John Locke). Waren das zunächst – ganz der Aufklärung verschrieben – vernunftbezogene Empfehlungen an die Selbstverantwortung der freien Bürger, so begannen die Staaten zu Beginn des 18. Jahrhunderts vermehrt Verordnungen zu erlassen. Eine der größten Gesundheitskatastrophen des 18. Jahrhunderts war die gefährliche und pandemische Infektion mit Pocken. In diese Ära fielen dann auch die ersten Verordnungen zu einer Impfpflicht. Die Begrenzung gerade errungener Freiheiten fanden am deutlichsten ihre Breitenwirkung mit einer Gesundheitsschutzstrategie des Staates. Dieser war politisch so ausgelegt, dass er mit seinen Schutzmaßnahmen möglichst vielen Menschen das Potenzial der Freiheit auch erhalten wollte. Zur Zeit der weltweiten Pockenverbreitung hat man das praktisch gern in Kauf genommen. Gleichwohl hatte Humboldt sich auf einer staatsphilosophischen Ebene dagegen ausgesprochen. Im Eindruck der Französischen Revolution waren für ihn die Menschen- und Bürgerrechte so konstitutionell, dass er sich grundsätzlich gegen den Gesundheitsschutzanspruch des Staates stellte, denn dieser würde sich – auch wenn es gut gemeint sei – nicht mit der Politik eines freiheitlichen Gemeinwesens vereinbaren, weil er zu sehr die individuellen Freiheiten einschränke. Auf die Entwicklung der politischen und gesellschaftlichen Praxis bezogen, erkannte Humboldt darin gleichwohl aber auch ein Gestaltungsdilemma.

In der gegenwärtigen Covid-19-Pandemie und unter den weitaus globaleren Wirkungsbedingungen moderner Massengesellschaften mit erheblichen sozialen Verwerfungen zeigt sich das Bedingungsgefüge von Freiheit und Begrenzung auf einer spezifischen Entwicklungsebene (freie und soziale Marktwirtschaft und z. T. kategorische Lock-Down-Bestimmungen) im durchaus ähnlichen Zusammenhang. Dabei sind mir ein paar (selektive) Fakten wichtig: Weltweit haben sich derzeit 6,4 Mio. Menschen mit dem neuen Virus Sars-Cov2 angesteckt und etwa 380.000 Menschen sind in Verbindung mit der daraus resultierenden Lungenkrankheit Covid-19 verstorben (Daten der Johns-Hopkins-Universität). Bis auf wenige Ausnahmen (wie z. B. Schweden) haben fast alle Staaten mit einem mehr oder weniger umfassenden Lockdown und weithin geltenden Schutz- und Hygienemaßnahmen in Wirtschaft und Gesellschaft reagiert. Diese Freiheitseinschränkungen haben Auswirkungen.

Lesen Sie hier das vollständige Editorial.

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich

Ihr Rolf Stuppardt

 
   
 
   
 




Ambivalenz der Krisenperspektiven
Mit den Ambivalenzen der Krisenperspektiven beschäftigt sich Herausgeber Rolf Stuppardt in seinem Editorial. Die spannende Frage wird sein, welche gesundheits-, sozial-, wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Wege wir einschlagen. Der Weg daraus kann nur ein sozialpolitisch, sozialökonomisch und sozialökologisch Klarer und Nachhaltiger sein.

Hochkostenfall Virusgrippe? GKV-Kosten und Ableitung für Covid-19
Angesichts der Kostenwirkungen der Corona-Pandemie und der erwartbaren konjunkturellen Einbrüche mit Wirkung auf die Einnahmenseite sowie der durch die Reformen bedingten Mehrausgaben zeigt sich die Finanzsituation der Krankenkassen deutlich angespannt. Unsere Autorinnen Lisa Zimmermann und Sima Melnik von den Gesundheitsforen Leipzig diskutieren auf Basis von Influenza-Fallkosten eine analytische Schätzung der Covid-19 Kosten.   

Präzisionsmedizin, Digitalisierung, Big Data und die solidarische Finanzierung des Gesundheitssystems
Die technologischen Perspektiven moderner Medizin in Diagnostik und Therapie zeigen ein enormes Spektrum. Der Begriff „Präzisionsmedizin” macht in dem Zusammenhang seit geraumer Zeit von sich reden. Es wird viel investiert auch in Digitalisierung und Big Data. Dabei wird es auf Evidenz wie auf Nutzen-Schaden-Relationen ankommen. Prof. Dr. h. c. Herbert Rebscher hat dies in seinem Beitrag mit Blick auf die Essentials in unserem Gesundheitswesen zusammenfassend aufgearbeitet.

Digitale Versorgungsstrukturen
Über die neue Anwendungsbreite des DVG diskutiert unser Autor Sebastian Vorberg insbesondere bezüglich der Möglichkeiten der gesetzlichen Regelungen der §§ 68a zur Förderung der Entwicklung digitaler Innovationen durch Krankenkassen und 68b zur Förderung von Versorgungsinnovationen des SGB V. Das Heft des Handelns liegt nun bei den Krankenkassen, sie halten den Taktstock zur Verankerung einer nachhaltigen digitalen Versorgungsstrukturlandschaft in den Händen.

Vom Heute für das Morgen lernen
In ihrem Gastbeitrag erläutert Dr. Gabriele Gonschor von der SBK, dass sich die Versorgungslandschaft massiv verändert und was wir in Zeiten von Corona für den zukünftigen Einsatz von digitalen Gesundheitsanwendungen lernen können. Es ist ein erheblicher Bedarf an neuen Lösungen entstanden. Was bewegt eine Krankenkasse, neue Versorgungsangebote zu platzieren? Hierzu werden einige Beispiele vorgestellt.

Diskussion zur Integrierten Versorgung
Wie schaffen wir es, eine besser koordinierte, sektorübergreifende integrierte Versorgung zugunsten der Patienten und zugunsten der Gesamteffizienz des Gesundheitssystems zu gestalten? In seinem Diskussionsbeitrag zum Artikel von Ron Müller "Die Integrierte Versorgung – zu Ende gedacht?" (WdK 1-2020, S. 22-24) geht Dr. Helmut Hildebrandt, Vorstand der OptiMedis AG auf Lösungsvorschläge ein und kündigt einen eigenen Beitrag in dieser Zeitschrift dazu an.

 
   
 
   
 

 
   
 
   
 

Grafik des Monats



Nach der Analyse der makroökonomischen Indikatoren von zwölf Ländern kam eine Studie von Adecco zu dem Ergebnis, dass vor allem der Umfang des Konjunkturpaketes und die wirksame Umsetzung der Kurzarbeitsprogramme die größten positiven Auswirkungen auf die Fähigkeit eines Landes zu haben scheinen, den durch COVID-19 verursachten wirtschaftlichen Schaden zu mildern.
Die Schweiz, Schweden und Deutschland schneiden dabei besonders gut ab, wie die Statista-Grafik zeigt – sie weisen nach wie vor die günstigsten Wirtschaftsprognosen auf. Spanien schneidet von den zwölf untersuchten Ländern am schlechtesten ab.

 

 
   
 
   
 

 
   
 
 
 
 
 

Veranstaltungen, Politik & Wirtschaft, Versorgungskonzepte
Der neue Krankenhaus Rating Report 2020 – digitale Podiumsdiskussion

 
 
   
 
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Online-Seminar zu "Abrechnung nach EBM für Psychotherapeuten - Gültig ab dem 01.04.2020" (Trailer)
Die Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ist k...
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Videoschulung: Das deutsche Gesundheitssystem verstehen Teil 1 (Trailer)
Ein neues, modernes Layout, Animationen, einblendbare Erläuterungen und Vertiefungen, wahlweise mit ...
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Gerade erschienen:
Höppner/Kühnast/
Winkelmann (Hrsg.)
Potenziale der Physiotherapie erkennen und nutzen

 
 
 



Gerade erschienen:
Augurzky/Berbuir/Halbe/
Preusker/Rebscher (Hrsg.)
MDK-Reform und Krankenhausabrech-nung – Auswirkungen auf die Praxis

 
 
 



Gerade erschienen:
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Der Daily Lama
Wie Sam den Spuren der Inka folgte

 
 
 



Gerade erschienen:
ProAlter 2/20

Primär- und Langzeitversorgung im Alter

 
 
 


Erscheint in Kürze:
Augurzky/Krolop/
Pilny/Schmidt/Wuckel
Krankenhaus Rating Report 2020

 
 
 



Erscheint in Kürze:
François-Kettner/
Zerth (Hrsg.)

Pflege-Perspektiven: ordnungspolitische Aspekte

 
 
   
 






Dagmar Feldgen ist neue Vizepräsidentin des Bundesamtes für Soziale Sicherung (BAS)

Neue Vizepräsidentin im Bundesamt für Soziale Sicherung ist Dagmar Feldgen, die das Amt Anfang Mai von Sylvia Bohlen-Schöning übernommen hat, da diese in Altersteilzeit gegangen ist. Die Juristin Dagmar Feldgen war seit 1990 in verschiedenen Funktionen für das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMAS) tätig. Von 2013 bis 2018 leitete sie das Referat „Arbeit und Soziales“ bei der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU in Brüssel. Zuletzt war Frau Feldgen Leiterin des Referats „Recht der Europäischen Union, Europäische Migration“ sowie sechs Monate vertretungsweise auch Leiterin der Unterabteilung „Europäische Union, Europäische Beschäftigungs- und Sozialpolitik“.



Claudia Straub ist neue Leiterin der vdek-Landesvertretung Schleswig-Holstein, Armin Tank leitet Unternehmensentwicklung beim vdek, Berlin
Claudia Straub hat zum 1. Mai die Leitung der Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) in Schleswig-Holstein übernommen. Sie folgt auf Armin Tank, der acht Jahre an der Spitze der Landesvertretung stand. Tank ist auch in Zukunft für den Ersatzkassenverband tätig. Er hat in der Verbandszentrale des vdek in Berlin die Leitung der Unternehmensentwicklung übernommen. Claudia Straub arbeitet seit mehr als 25 Jahren für den Ersatzkassenverband. Die studierte Germanistin und Politikwissenschaftlerin begann ihre Laufbahn in der Verbandsgeschäftsstelle des damaligen VdAK in Siegburg bevor sie dann zur Landesvertretung wechselte.

 
   
 
   
 

 
   
 
 



Digitale Vorlesungsreihe
#Corona – Facetten, Implikationen und Auswirkungen einer Pandemie

22. April – 1. Juli 2020, medhochzwei Online-Akademie

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Live-Webinar: Abrechnung nach EBM für Psychotherapeuten, gültig ab dem 1.4.2020
22. Juni 2020,
17–20:00 Uhr

auch on demand verfügbar

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Hauptstadtkongress  Digital
17.–19.06.2020, Berlin

Weitere Informationen

 
 
 



Der neue Krankenhaus Rating Report 2020 – digitale Podiumsdiskussion
18.06.2020
11-12:30 Uhr

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Fachsymposium Innovationen durch Digitalisierung
21. September 2020, Leipzig

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Europäischer Gesundheitskongress
26.–27. Oktober 2020, München

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