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Was soll nur werden?
Ganz vieles war für ganz Viele ganz anders als sonst


Dieser Tage saß ich seit Anfang Februar mal wieder im Flieger nach Berlin. Unsere gut besetzte PLATIN-Veranstaltung „Patient*innen im Fokus“ stand an. Ein wenig schlechtes Gewissen wegen der Fliegerei war schon dabei, hatte ich doch kürzlich noch einen flammenden Kommentar zum Klimaschutz als zentrales Element des Gesundheitsschutzes geschrieben und die Klimakrise sei mindestens so wichtig wie die Bewältigung der Corona-Krise.


Aber meine Abneigung gegen 1.200 km hin und zurück mit dem Auto oder ca. 11 Stunden mit Maske in der Bahn mit der Aussicht, eine solche Zeit nicht vernünftig atmen zu können, überlagerten mein schlechtes Gewissen. Die erste größere Präsenzveranstaltung nach dem Lockdown unter strikter Beachtung der geltenden Schutzbestimmungen verlief inhaltlich und vor allem auch vom sichtbar gewünschten analogen Netzwerkaustausch her ganz entspannt. Ein ungewohntes Bild zwar – etwa 70 Personen in einem Saal für ansonsten 300 Menschen –, aber trotz der sicheren Abstände ergab sich eine Nähe und Intensität im anlogen Austausch über Digitalisierung und Patient*innen-Fokus, die die virtuelle Welt trotz bester (und derzeit überteuerter) Videoausstattungen nicht kompensieren und herstellen kann.

Keine Frage, die letzten Monate waren sehr herausfordernd in gesundheitlicher, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und individuell-privater Hinsicht. Ganz vieles war für ganz Viele ganz anders als sonst. Und es ist sicher fraglich, inwieweit das Maßnahmen- und Kommunikationsspektrum der Krisenbewältigung immer angemessen war und ob der vergleichsweise glimpfliche Verlauf in Deutschland nur darauf zurückzuführen ist. In einem äußerst unterschiedlichen Betroffenheitsspektrum war abstrakt gesehen eine ungewöhnliche Solidarität zu konstatieren, insbesondere gegenüber den defizitär ausgestatteten und unterbezahlten Pflegekräften. Werte haben sich sicher verschoben. So gewinnt neben der Pflege, die nicht nur besser ausgestattet und vergütet werden und für die zu Pflegenden auch bezahlbar sein muss, auch die regionale und kommunale Ebene zur Steuerung von Gesundheit – denn die konstituiert sich ja dort wo Menschen leben und arbeiten – einen neuen Stellenwert.

Das ist gut so und zeigt sich hoffentlich in qualitativ funktionierenden Strukturen, Prozessen und Rahmenbedingungen. Sicher ist Angst und Verunsicherung entstanden, aber auch viel Positives. Entschleunigung zum Beispiel. Für einige Wochen war es viel ruhiger in den Städten, die Luft war nachweislich deutlich sauberer, kein Fluglärm, das Drängeln an den Kassen im Supermarkt zeigte sich sichtbar zurückgefahren. Aber da war auch immer die Sorge um kranke Menschen, um mögliche und tatsächliche Jobverluste, um Kurzarbeit, um Rezession. Beengte Wohnverhältnisse sorgten zudem auch durchaus für Stress beim Zuhausebleiben. Die Überlastung durch das Zusammentreffen von Kinder- und Schülerbetreuung mit Homeoffice-Aufgaben waren ebenso schwierig wie die fehlende Nähe mit ausbleibenden Umarmungen, wo intensive und intime Nähe doch Gründe unserer menschlichen Existenz sind.

In einer solchen widersprüchlichen Lage gab es aber auch Kreativität, Vorstellungsvermögen, was werden und sein könnte. Doch werden die Diskussionen dazu stringent geführt, wo doch jetzt die richtige Zeit wäre, zu überdenken, zu welcher Art von Normalität in allen Gestaltungsfeldern wir zurückkehren möchten? Ich meine, zu wenig. Ein asiatisches Sprichwort sagt, in jedem Krisen-Chaos steckt der Kern einer neuen Ordnung. Eigentlich ist doch vieles nicht neu: dass eine konsequente präventive Orientierung viel Schaden abwenden kann, dass sich in Altenheimen und Krankenhäusern zu wenig Pflegekräfte um immer mehr Menschen kümmern müssen, dass vielen Kindern in unseren schulischen Einrichtungen moderne Infrastruktur fehlt. Und es ist auch nicht neu, dass sozial Schwache größere gesundheitliche Probleme haben und früher sterben als ökonomisch gut Situierte und Gebildete. Was soll also nur werden? Nun, wir müssen uns diesen jetzt noch einmal besonders sichtbar gewordenen Herausforderungen stellen und Lösungen finden und Debatten zulassen, die unter Corona enorm gelitten haben. Gestalten wir es anders als vorher, gestalten wir es besser.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen goldenen Oktober

Ihr Rolf Stuppardt

 
   
 
   
 




Finanzreserven, Innovation, Integration, Patientenfokus
Die Fiskalorientierung und die damit verbundenen Verschiebebahnhöfe stehen dem notwendigen Ausbau von Innovation, Integration und Patientenfokus entgegen, das darf nicht sein, argumentiert Herausgeber Rolf Stuppardt.

Interdependenzen von COVID-19 und chronischen Erkrankungen
Das Corona-Geschehen steht seit Monaten im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens und der dadurch ausgelösten politischen Maßnahmen. Dr. Annette Mehler und Dr. Horacio V. Guzman unterziehen sich der Mühe, den auch bidirektionalen Zusammenhang von Covid-19 und chronischen Krankheiten mit dem Blick aufzuarbeiten, die möglichen Auswirkungen in der Versorgungssteuerung sowie auf investive und ökonomische Herausforderungen der Politik und der GKV zu diskutieren.

Überraschung im PDSG: Das Gutschriftverfahren ist nun gesetzlich verankert
Das PDSG wurde bis zuletzt insbesondere von Datenschützern kritisch hinterfragt. Während vor allem die ePA im Fokus der öffentlichen Erörterungen stand, sind die effizienten, bürokratie- und kostenreduzierenden Elemente der Prozessverbesserungen ein wenig unterbelichtet. Folge dieser Verbesserungen ist eine stärkere Fokussierung auf die Patientenversorgung. Istok Kespret, Geschäftsführer HMM Deutschland, erläutert das am Beispiel des sog. Gutschriftverfahrens.

Standpunkt: Perspektive von Gesundheit und Prävention
„Gesundheit in allen Politikbereichen“ (Health in all Policies) muss endlich, wie es schon lange von der WHO und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gefordert wird, „zur Priorität in Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft werden“ argumentiert MdB Dr. Kirsten Kappert-Gonther in ihrem Standpunkt.

Chancen und Herausforderungen der verschiedenen Wege von Innovationen in das Gesundheitssystem
Die klassischen Zugangswege von Innovationen in das System sind mit dem Digitale Versorgungsgesetz (DVG) erweitert worden. Das bietet Chancen, eröffnet aber auch neue Herausforderungen, die vor dem Hintergrund von Sicherheit und Verlässlichkeit, Qualität, Wirtschaftlichkeit und Nutzen bewertet werden und sich bewähren müssen. Wie wird sich der DVG-Weg auf den Zugang von Innovationen insgesamt auswirken? Das erörtern Dr. Monika Sinha und Rolf Stuppardt auch vor dem Hintergrund einer Veranstaltung zum Thema im September.

Ist Deutschland bereit für Gentherapien?
Der Zugang zu innovativen Therapien wie z. B. den Arzneimitteln für neuartige Therapien (Advanced Therapeutic Medicinal Products, ATMP) ist in Deutschland gut reguliert. Etablierte Prozesse sichern die Eingliederung in das Erstattungssystem. Doch wie sieht der Weg für innovative Arzneimittel konkret aus – von der Zulassung bis sie Patienten real zur Verfügung gestellt werden können? Dies diskutiert Susanne Digel, General Manager bluebird bio Deutschland.  

NEU und NÜTZLICH: Die digitale Recare-Plattform zur Koordination von Versorgung
Fast alle Bereiche der medizinischen und pflegerischen Versorgung in Deutschland sind fragmentiert und intransparent im Hinblick auf ihre Kapazitäten. Die Koordination des Versorgungspfades ist eine Herausforderung für Verzögerungsminimierung, Steuerungsaufwand und Kosten. Die Recare-Plattform hat sich mittlerweile zu einem umfassenden digitalen Netzwerk für Versorgungskoordination entwickelt. Geschäftsführer Maximilian Geschke hat unsere Standardfragen dazu beantwortet.

Diskussion: Integrierte Versorgung als nachhaltige Regelversorgung
In den Heften Juli/August und September hat ein Autorenkollektiv das für die Versorgungssteuerung so zentrale Thema der Integrierten Versorgung aufgegriffen und Vorschläge für Neugestaltungen unterbreitet. Wir beginnen in diesem Heft mit einer Kommentierung dieser Vorschläge. Andrea Galle, Vorstandsvorsitzende der BKK VBU, Dr. Wolfgang Klitzsch, früherer Geschäftsführer der Ärztekammer Nordrhein, und Laura Wamprecht, Geschäftsführerin von Flying Health, machen den Aufschlag.


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Die Grafik des Monats



60 Sekunden vergehen schnell – aber in dieser Zeitspanne passiert im Internet eine Menge. Auf Basis von Schätzungen, die bei Visual Capitalist veröffentlicht worden sind, werden bei Instagram rund 347.000 neue Stories veröffentlicht, mit dem Messenger Whatsapp verschicken Nutzer 41,6 Mio. Nachrichten und per E-Commerce werden 1 Mio. US-Dollar Umsatz generiert. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Internetaktivität der Menschheit weiter zunehmen wird. Dafür sorgen werden nicht zuletzt der schnelle Mobilfunkstandard 5G und der stetige Anstieg der Menschen, die Zugang zum Internet haben. Laut einer Schätzung haben im Jahr 2018 rund 3,9 Milliarden Personen weltweit das Internet genutzt. Für das Jahr 2021 wurde prognostiziert, dass die Zahl der Internetnutzer bis auf rund 4,14 Milliarden steigen wird. Die Region mit den meisten Internetnutzern weltweit war Ende 2018 Asien mit geschätzt 2,16 Milliarden Onlinern. Allein in China lag die Zahl der Internetnutzer im Jahr 2017 bei rund 772 Millionen. Die Region mit den zweitmeisten Internetnutzern war Europa mit geschätzt rund 705 Millionen Onlinern. Die Anzahl der Internetnutzer in Nordamerika war mit geschätzt rund 346 Millionen in etwa halb so groß.

 
   
 
 

Krankenversicherung, Coronavirus, Versorgungskonzepte, Politik & Wirtschaft
Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) schafft Perspektiven für nachhaltige Versorgung

 
 
 
 
 
   
 
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Roland Engehausen, Prof. Dr. Jörg Loth (v. l.)

Engehausen wird neuer Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft
Der bisherige Vorstandsvorsitzende der IKK Südwest, Roland Engehausen (51), übernimmt die Geschäftsführung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft. Der bislang amtierende Geschäftsführer Siegfried Hasenbein wird Ende November nach 25-jähriger Tätigkeit, davon 17 Jahre als Geschäftsführer, in den Ruhestand treten. Engehausen (51) hat seinen Dienst zum 1. Oktober angetreten und wird nach zwei Monaten Einarbeitung ab 1. Dezember die Geschäftsführung der BKG übernehmen. Vor seinem Wechsel leitete er seit 2014 als Vorstandsvorsitzender die IKK Südwest. Zuvor war er für verschiedene Krankenkassen tätig, darunter auch für die Siemens BKK.


Der Verwaltungsrat der IKK classic hat den Vorstandsvorsitzenden Frank Hippler (56) und den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Kai Swoboda einstimmig für eine weitere Amtsperiode gewählt. Im Anschluss an ihre laufende Amtszeit werden Hippler und Swoboda ab 1. August 2021 für weitere sechs Jahre an der Spitze der größten Handwerkerkrankenkasse stehen. Frank Hippler gehört dem Vorstand der IKK classic seit deren Marktstart am 1. Januar 2010 an, zunächst als stellvertretender Vorstandsvorsitzender, seit Mitte 2016 als Alleinvorstand, und seit September 2018 als Vorstandsvorsitzender, unterstützt vom stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Kai Swoboda.

 
   
 
   
 

 
   
 
 



Europäischer Gesundheitskongress – Mut zur Zukunft

26. und 27. Oktober 2020, München

Weitere Informationen

 
 
 



11. Partnerkongress
1. und 2. Dezember, Leipzig

Weitere Informationen

 
 
 



4. Heidelberger Forum Gesundheitsversorgung
25. Februar 2021, Heidelberg

Weitere Informationen

 
 
   
 



medhochzwei Verlag GmbH

Alte Eppelheimer Str. 42/1

69115 Heidelberg

 

Tel.: +49 (0) 62 21 / 9 14 96 - 0

Fax: +49 (0) 62 21 / 9 14 96 - 20

E-Mail: info@medhochzwei-verlag.de

 

Steueridentifikationsnummer

USt-IdNr.: DE267309671

Handelsregisternummer

HRB 707 763, Amtsgericht Mannheim

Ansprechpartner: Julia Rondot

Geschäftsführung: Julia Rondot

 
   
 
 
 

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