Logo   Newsletter WdK November 2020
 
 
 
   
 

 
   
 
   
 


 

Wir brauchen eine wirksame Gebotskultur

Welche Botschaft ist Ihnen eigentlich lieber: Es ist verboten, das Ufer zu betreten oder es ist dringend geboten, sich dem Ufer fernzuhalten?
Bei der kürzlichen Vorstellung des Positionspapiers von Wissenschaft und Ärzteschaft zur Strategieanpassung im Umgang mit der Pandemie halte ich eine der Kernthesen für langfristig bedeutsam und auch ernsthaft gesundheitsförderlich: Wir sollten zu einer Gebotskultur gelangen und diese sollte an erster Stelle der Risikokommunikation stehen.

Letztere zeichnet sich aber mehr durch Dramatik und Alarm aus – nicht nur in Corona-Zeiten eine typische Begleiterscheinungen von Verbotsorientierungen, nur das würden die Menschen offenbar verstehen. Sicher sind auch zuweilen harte Schnitte mit Augenmaß notwendig, doch sind wir Anfang November wieder da angekommen, wo wir Mitte März bereits einmal waren und man darf sich dann schon mal fragen, ob denn alle Anstrengungen nicht gefruchtet haben, schließlich würden wir mit der AHA-Regel – davon sind die Experten nach wie vor überzeugt – gut durch die Pandemie kommen. 

Haben die Wissenschaftler und Ärzte in ihrem jüngsten Positionspapier nicht recht, wenn sie argumentieren, wir bräuchten eine stringentere Strategie, einen Strategiewechsel? Oder wenn einer von ihnen, der Virologe und Biologe Prof. Hendrick Streeck das Bild bemüht, es seien keine Sprints gefragt, sondern ein Marathonlauf, weil wir mit dem neuen Virus höchstwahrscheinlich für lange Zeit leben müssten – auch wenn ein Impfstoff als eines der Mittel zur Bekämpfung der Pandemie zur Verfügung steht. Ich wusste bislang auch nicht, dass es erst einmal gelang, ein Virus durch langjährige Impfkampagnen auszurotten.  
Die Menschen müssen also abgeholt bzw. mitgenommen werden. Ihnen muss Mut gemachen werden, nicht mit Angst, Panik und Verboten, sondern mit der Entwicklung von Alternativen und Perspektiven in größtmöglicher Freiheit. Der Kommunikationstenor besonders auch der Massenmedien in der Krise fördert aber m. E. eher Angst und Widerstand mit irrationalen Mustern. Beides macht direkt und indirekt krank. 

Der Hirnforscher Gerald Hüther wollte mit seinem Buch „Wege aus der Angst“ Antworten auf die Corona-Problematik finden. „Im Gegensatz zu Tieren, die erst bei einer gefährlichen Situation Angst empfinden, können wir Menschen bereits Angst haben, wenn wir uns eine gefährliche Situation vorstellen. Leider wird in unserer Gesellschaft Angst oft geschürt, um bei den Menschen ein bestimmtes Verhalten hervorzubringen“, erläutert Hüther. Dieses Phänomen sei in der Corona-Krise besonders deutlich zutage getreten und Angstmacherei sei eine Unart unserer ganzen Gesellschaft, Erziehung und Sozialisation. Das geht einher mit der Überbetonung von Verboten und einem begleitenden Alarmismus. 

Ich wünschte mir, dass mehr auf Gebote als auf Verbote gesetzt würde. Es ist geboten, freundlich, rücksichtsvoll und höflich zu sein, es ist jetzt besonders geboten, sich selbst und andere zu schützen: Das sollten tief verankerte Selbstverständlichkeiten des gesellschaftlich geregelten Miteinanders im Bewusstsein der Mitmenschen sein, auch im Augenmaß-Umgang mit der Pandemie. Das fehlt doch sehr.

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich und hoffe, Sie bringen Licht in die oft grauen Tage des November

Ihr Rolf Stuppardt  

 
   
 
   
 




Editorial: Integrierte Versicherten- und Patientenorientierung ist möglich und nötig
Gerade vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der Pandemie und der zunehmenden Anwendung digitaler Versorgungsmöglichkeiten ist ein weiteres Digitalisierungsgesetz mit bislang fehlenden integrativen Orientierungen konsequent meint Herausgeber Rolf Stuppardt in seinem Editorial.

Selektivverträge im Spannungsfeld zwischen Innovation und Administration
Selektivverträge sind ein gängiger Weg, um Versorgungsinnovationen ins Gesundheitssystem zu transportieren. Hinsichtlich des Teilnahme- und Abrechnungsmanagements haben sich in der Praxis jedoch zahlreiche Parallelstrukturen entwickelt, welche die Administration für alle potenziellen Nutzer erschweren. Hierdurch entstehen Hemmschwellen bei der Gewinnung von Nutzern und unnötig hohe Transaktionskosten, was letztendlich die innovative Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung ausbremst. Florian Brandt, Roland Engehausen, Markus Lelle und Daniel Schilling diskutieren dieses Problem und bieten eine Lösung.

Diabetesversorgung in Zeiten von Corona
Diabetes hat weltweit mit mehr als 460 Millionen Betroffenen pandemische Ausmaße erreicht. Konsequente und mutige gesundheitspolitische Gegensteuerung wäre nach Auffassung vieler Fachleute recht erfolgsversprechend. Zudem kann das Spektrum der heutigen Möglichkeiten moderner Diabetesversorgung zu deutlich mehr Lebensqualität beitragen. Was das vor dem Hintergrund der derzeitigen COVID-19-Krise bedeutet und welche Erfahrungen, Erkenntnisse und Perspektiven hier zu konstatieren sind erörtern Dr. Annette Mehler und Rolf Stuppardt nach einer Online-Konferenz zu diesem Thema.

Interview: Mehr Frauenexpertise in Spitzenpositionen
In der Berliner Gesundheitsszene hat sich mit „Spitzenfrauen Gesundheit“ eine junge Vereinigung etabliert, deren Anliegen deutlich über die Hauptstadt hinausweist. Das fällt inzwischen auf. Daher haben wir bei zwei der Initiatorinnen und Gründerinnen – Antje Kapinsky und Cornelia Wanke – nachgefragt, welche Mission und praktische Ausrichtung sie und der Verein verfolgen.

Neu + Nützlich: Digitalisierung in der Pflege beginnt bei Angehörigen
Wie die neue App edith.care als digitale Assistentin die Organisation der Pflege vereinfacht und Mehrwerte für Angehörige und Versicherungen bietet, beschreiben in unserem Format Neu+Nützlich die Macher der App Axel Seemann und Christian Klann.

Diskussion: Integrierte Versorgung als nachhaltige Regelversorgung
Nachdem in den Ausgaben Juli/August und September ein Autorenkollektiv das Thema Integrierte Versorgung in Deutschland mit einer Status-Quo-Analyse und mit entsprechenden Gestaltungs- und Lösungsvorschlägen zur Diskussion gestellt hat, haben uns dazu eine Reihe von Kommentaren und Stellungnahmen erreicht. Die Diskussion begann in Heft zehn und wird im November mit Beiträgen von Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende AOK Nordost, Dr. Layla Distler, Leiterin Koordinierungsstelle im Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg Baden-Württemberg, Thomas Lemke, Vorstandsvorsitzender Sana Kliniken AG, Prof. Dr. Alexandra Jorzig, Berlin, und Jörg Freese, Beigeordneter des Deutschen Landkreistages, fortgeführt.


Jetzt Welt der Krankenversicherung abonnieren und die vollständigen Beiträge lesen. 
Informationen dazu finden Sie hier.

 
   
 
   
 

 
   
 
   
 

Gastbeitrag

Digitale Anwendungen in der Psychotherapie nehmen europaweit zu



Dr. Angelika Kiewel, Overath

Digitale Anwendungen wie die Onlinesprechstunde, internetbasierte Therapieprogramme und mobile Apps können gerade in Zeiten von Corona dazu beitragen, Therapien weiterzuführen und Menschen in der Krise zu helfen. Qualitätsgesichert und mit Indikationsstellung und Begleitung durch einen Psychotherapeut*innen angewandt wirken sie nicht besser oder schlechter in der Behandlung psychischer Erkrankungen als die Therapie im ausschließlichen direkten Patientenkontakt, sondern anders. So das einhellige Fazit einer Expertenrunde von klinischen Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen aus 12 europäischen Ländern in einer von der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) mit Vertreter*innen des Netzwerkes für Psychotherapie in Europa (NPCE) ausgerichteten Videokonferenz am 29. September 2020 zum Thema “Digital Health Apps in consideration of the corona crisis as well as developments and aims for further professionalization of the psychological psychotherapists in member countries”.

Corona habe die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die Bedeutung psychischer Gesundheit und die Psychotherapie als eine wirksame, hilfreiche Intervention deutlich erhöht, so Dr. Nikolaus Melcop, der Vizepräsident des Vorstandes und Europabeauftragter der BPtK in seinem einleitenden Statement. Insgesamt würden sowohl national als auch auf europäischer Ebene die psychischen Belange noch zu wenig in den Maßnahmen gegen Covid-19 berücksichtigt. 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie hier.

 
   
 
   
 

 
   
 
   
 

Die Grafik des Monats



Hierzulande sind mit Stand 1. November noch rund die Hälfte aller High-Care-Intensivbetten frei. Das geht aus der Statista-Grafik auf Basis des aktuellen Reports von intensivregister.de hervor. Bei diesen Behandlungsplätzen ist die invasive Beatmung möglich. Low-Care-Betten bieten diese Möglichkeit nicht. Die technisch noch besser ausgestatteten ECMO-Betten der höchsten Versorgungsstufe sind derzeit noch zu 73 Prozent frei.

 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Veranstaltungen, Pflege, Politik & Wirtschaft, Coronavirus
4. Heidelberger Forum Gesundheitsversorgung – Februar 2021

 
 
   
 
Weitere Nachrichten finden Sie hier.
 
   
 
   
 

 
   
 
   
 

 
   
 
 
Hedwig François-Kettner und Prof. Jürgen Zerth zu "Pflege-Perspektiven: ordnungspolitische Aspekte"
Hedwig François-Kettner und Prof. Jürgen Zerth sprechen im Interview zum Buch „Pflege-Perspektiven: ...
Mehr erfahren »
 
 
 
Ilses weite Welt - 100 Sekunden Einblick in "Ein Tag im Tierpark"
Unsere Filme sind speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zugeschnitten. Sie wecken Gef...
Mehr erfahren »
 
 
   
 

 
   
 
 



Gerade erschienen:
Zerth/Francois-Kettner (Hrsg.)
Pflege-Perspektiven: ordnungspolitische Aspekte

auch als eBook verfügbar

 
 
 



Gerade erschienen:
Stoebel/Rebscher/
Hofmann (Hrsg.)
Digitalisierungspro-zesse, Prozessdigitalisierung

auch als eBook verfügbar

 
 
 



Gerade erschienen:
Heimer/Ratz/Steinröhder
Pandemie-Management für Pflegeeinrichtungen
 

 
 
 
 
 
 



Gerade erschienen:
Marschall/Hildebrandt/
Kleinlercher/Nolting
DAK Gesundheitsreport 2020

 
 
 



Gerade erschienen:
Daily Lama Familienplaner

DIN A3, mit immerwährendem Kalendarium, 5 Spalten, Stickerbogen & Poster

 
 
   
 

 
   
 
   
 




Sandra Postel ist Vorstandsvorsitzende der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen



Sandra Postel wurde vom Errichtungsausschuss zum Aufbau der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen zur Vorsitzenden gewählt, Ludger Risse zu ihrem Stellvertreter. Für ihre neue Aufgabe bringt Sandra Postel weitreichende Erfahrungen mit. Sie hat den Aufbau der rheinland-pfälzischen Landespflegekammer, der ersten in ganz Deutschland, maßgeblich mitgestaltet und wurde 2016 zur ersten Vizepräsidentin der Landespflegekammer gewählt. Die Pflegekammer NRW wird die größte Pflegekammer im Bundesgebiet sein und die Interessen von rund 200.000 Pflegefachpersonen vertreten.


Prof. Dr. Claus-Dieter Heidecke wird neuer IQTIG-Leiter



Prof. Dr. Claus-Dieter Heidecke wird am 1. Januar 2021 die Leitung des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) übernehmen, dessen Aufgabe die vergleichende einrichtungsübergreifende Qualitätssicherung medizinischer Versorgung ist. Heidecke wurde auf Vorschlag des Stiftungsrats vom Vorstand der Stiftung einstimmig zum Nachfolger des zum Jahresende ausscheidenden Leiters des IQTIG, Dr. Christof Veit, bestellt. Heidecke ist unter anderem Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Initiative Qualitätsmedizin (IQM), Beisitzer im Vorstand des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) und war acht Jahre lang Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Qualität, Sicherheit und Versorgungsforschung in der Chirurgie (CAQSV).

 
   
 
   
 

 
   
 
 



24. Symposium zum Gesundheitsmanagement
19. November 2020,
online

Weitere Informationen

 
 
 



11. Partnerkongress
1. und 2. Dezember, Leipzig

Weitere Informationen

 
 
 



4. Heidelberger Forum Gesundheitsversorgung
25. Februar 2021, Heidelberg

Weitere Informationen

 
 
   
 



medhochzwei Verlag GmbH

Alte Eppelheimer Str. 42/1

69115 Heidelberg

 

Tel.: +49 (0) 62 21 / 9 14 96 - 0

Fax: +49 (0) 62 21 / 9 14 96 - 20

E-Mail: info@medhochzwei-verlag.de

 

Steueridentifikationsnummer

USt-IdNr.: DE267309671

Handelsregisternummer

HRB 707 763, Amtsgericht Mannheim

Ansprechpartner: Julia Rondot

Geschäftsführung: Julia Rondot

 
   
 
 
 

Abmelden

  matomo