Neuerscheinung: Krankenhaus Rating Report 2026 Pressekonferenz auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit

25.06.2026
Neuerscheinung, medhochzwei Verlag

Heidelberg/Berlin, 25.06.2026: Die Studienautoren des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) stellten heute um 8:30 Uhr die zentralen Ergebnisse des Krankenhaus Rating Report 2026 vor. Die Ergebnisse präsentierten:

  • Prof. Dr. Boris Augurzky, Gesundheitspolitischer Sprecher am RWI und Geschäftsführer der Institute for Health Care Business GmbH (hcb) sowie Vorstandsvorsitzender der Rhön Stiftung, 
  • Dr. med. Sebastian Krolop, CEO & Founder Planet Health Foundation Mitglied des WorldWide Board of Directors der HIMSS, der International Health Economics Association und Lehrbeauftragter an der Hochschule Fresenius und
  • Dr. Adam Pilny, Projektleiter in der Institute for Health Care Business GmbH und Expert Manager Data Science.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit in Berlin unter der Moderation von Julia Rondot, Geschäftsführerin des medhochzwei Verlags, statt.

Ein ausführliches Video-Interview mit Prof. Dr. Boris Augurzky und Redakteur Sven Preusker finden Sie morgen auf unserer Homepage. Das Video finden Sie über diesen Link.

Krankenhäuser, Krankenkassen und Kommunen unter Druck

Während der Sektor mit einem Umsatzvolumen von 538 Milliarden Euro im Jahr 2024 der gesamtwirtschaftlichen Flaute trotzt und erstmals über eine Million Vollzeitkräfte in Krankenhäusern beschäftigt sind, zeichnet der Report für die kommenden Jahre ein düsteres Bild. Bis 2030 könnten rund 70 Prozent aller Kliniken Jahresverluste verzeichnen, sofern es ihnen nicht gelingt, ihre Betriebskosten signifikant zu senken. Eine Herausforderung, die durch wachsende Bürokratie und zunehmende Regulierung in vielen Häusern kaum zu bewältigen sein wird.

Zwar hat das Krankenhausreformanpassungsgesetz, das seit Ende März 2026 in Kraft ist, Planungssicherheit zurückgebracht: Fristen wurden verschoben, Anforderungen an Leistungsgruppen abgeschwächt, und den Transformationsfonds auch für Maßnahmen, die nicht der Schwerpunktbildung dienen und daher eigentlich von den Ländern finanziert werden müssten, geöffnet. Die erhofften Vorteile der Schwerpunktbildung dürften sich aber erst später einstellen als geplant. Und mit den ab 2027 greifenden Erlöskürzungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes steht die nächste Belastungswelle bereits fest.

Besonders unter Druck geraten dadurch kommunale Krankenhäuser. Der Report untersucht daher in einer Sonderanalyse die Finanzlage der Kommunen und identifiziert finanziell bedrohte Landkreise und Städte. Denn insbesondere finanziell schwache Kommunen haben künftig weniger Spielraum, defizitäre Kliniken zu stützen. Zudem geht der Report auf mögliche Folgen einer insolvenzbasierten Marktbereinigung auf die Versorgungslandschaft sowie die möglichen Folgen der GOÄ-Reform für die Krankenhäuser ein.

Prof. Dr. Boris Augurzky, Gesundheitspolitischer Sprecher am RWI und Studienautor, zu den Ergebnissen des Reports bei der Pressekonferenz: „Man muss festhalten: Es bewegt sich sicher etwas, es ist nicht nur Stillstand seit 20 Jahren. Die Geschwindigkeit ist aber langsam, denn von der Idee bis zur Entscheidung vergehen oft zwei Jahre, ohne, dass etwas erreicht ist. Außerdem muss man festhalten: Wir sind zu spät dran. 2035 werden wir zwar voraussichtlich gute Strukturen haben, aber wir müssen jetzt 10 Jahre lang die aktuellen Defizite weiter tragen. Es ist nicht mehr 5 vor 12, da sind wir schon lange drüber.“
Prof. Dr. Boris Augurzky 
© Sven Lorenz/RWI

Krankenhaus Rating Report 2026

Flucht nach vorne

Softcover mit eBook Code (epub) inside
2026 | 232 Seiten
ISBN: 978-3-98800-213-6

Weitere Informationen

 

Datenbasis und Methodik

Als empirische Grundlage des 22. Krankenhaus Rating Reports dienen eine Stichprobe von 430 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2024 sowie eine Sonderauswertung von 125 geprüften Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2025. Sie umfassen zusammen 864 Krankenhäuser. Schaubilder, Karten und Benchmarks veranschaulichen die Ergebnisse.

Der Report wurde gemeinsam vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) in Kooperation mit der Bank im Bistum Essen (BIB), der Ecclesia und der Solidaris Revisions-GmbH erstellt.

Zielgruppe

Der Report richtet sich an Krankenhäuser und ihre Geschäftspartner sowie an Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft.

Anzeige
Anzeige