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Wie können digitale Angebote im Care und Case Management clever genutzt werden? Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich daraus für eine verbesserte Versorgungssteuerung? Das Buch "Digitalisierung im Care und Case Management" beleuchtet Chancen und Grenzen digitaler Lösungen und diskutiert ethische Fragen. Dank erfahrener Expertinnen und Experten bietet das Buch eine differenzierte Sichtweise auf Big Data, Robotik, Künstliche Intelligenz und Assistenzsysteme. Nationale und internationale Praxisprojekte werden vorgestellt, um praktische Einblicke in die Anwendung digitaler Angebote zu geben. Ein unverzichtbares Grundlagenwerk für alle, die sich mit der digitalen Zukunft des Care und Case Managements befassen.
Prof. Dr. Stefan Schmidt ist Professor für Klinische Pflege mit dem Schwerpunkt Pflege- und Versorgungskonzepte und Prodekan am Fachbereich Gesundheit, Pflege, Management an der Hochschule Neubrandenburg. Er ist Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management und wissenschaftlicher Leiter der Case Management-Ausbildung am Institut für Weiterbildung der Hochschule Neubrandenburg.
Kurz und prägnant stellte Prof. Dr. Löcherbach das neue Buch vor und befragte dann die vier anwesenden Autoren und den Herausgeber zu den Themenkomplexen nationale/internationale Studien, Nutzerperspektive, Virtuell Nursing und zum richtigen Zeitpunkt zur Digitalisierung.
Rezension aus physiotherapie IFK 03/2026
von Dr. Michael Heinen
Das Care- und Case-Management – auf Deutsch frei übersetzt Versorgungs- und Fallmanagement – soll dem Patienten eine sektorenübergreifende medizinische Versorgung bieten. Durch die Zusammenarbeit mit Patienten, Angehörigen und verschiedenen Experten aus dem Gesundheitswesen kann eine Versorgungskette gebildet werden, in die auch Physiotherapeuten eingebunden werden können. In diesem Buch wird beleuchtet, welche Chancen sich hierbei durch den Einsatz von Digitalisierung und Technik bieten können. Auf insgesamt 254 Seiten werden die Potenziale der Digitalisierung, unter anderem zur Steigerung der Effizienz, Versorgungsqualität und Patientenzentrierung, herausgearbeitet. Die Risiken, zum Beispiel durch Fragen des Datenschutzes oder der Ethik, werden – in deutlich geringerem Ausmaß – ebenfalls benannt.
Egal ob digitale Kommunikation und Dokumentation, E-Learning oder Teletherapie: Durch den Einsatz von Robotik, Künstlicher Intelligenz, Augmented und Virtual Reality wird die Digitalisierung die Zukunft des Gesundheitswesens prägen. Wann ist Digitalisierung praktikabel und fachlich geboten? Welche Anforderungen an die Verantwortlichkeit und Partizipation der einzelnen Beteiligten gibt es? Welche Chancen bieten sich zum Beispiel für Reichweite und Responsivität der Patienten? Dies sind nur einige der Fragen, denen in diesem Buch auf den Grund gegangen wird.
Herausgeber Stefan Schmidt liefert eine Sammlung von 14 Beiträgen verschiedener Autoren. Während der erste Teil eine theoretische Betrachtung der aktuellen Studienlage und zukünftiger Entwicklungsmöglichkeiten bietet, werden in den sechs Beiträgen des zweiten Teils ausgewählte Praxisbeispiele dargestellt. Diese stammen – wie der Herausgeber selbst – überwiegend aus dem Bereich der Pflege. Das Buch richtet sich also nicht gezielt an Physiotherapeuten, kann aber zum Teil auch auf diesen Bereich übertragen werden.
Die Beitragssammlung ist daher am ehesten für technikaffine Therapeuten empfehlenswert, die einen allgemeinen Überblick über die Digitalisierungspotenziale im Gesundheitswesen gewinnen und sich Anregungen für denkbare Einsatzmöglichkeiten in der Zukunft holen möchten. Wer dagegen konkrete Handlungsempfehlungen, zum Beispiel zur Nutzung der Telematikinfrastruktur in seiner Praxis sucht, sollte sich lieber den Informationsmaterialien des IFK zuwenden.