Praxishandbuch Pflegerecht

Artikelnummer: 98800174

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Dieses Produkt ist Teil der Reihe: Gesundheitswesen in der Praxis
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Artikelbeschreibung

Pflegekräfte übernehmen Verantwortung – rechtlich, fachlich, menschlich. Dabei kann Unwissenheit schwerwiegende Folgen haben: Fehlerhafte Dokumentation, Missachtung der Schweigepflicht, fehlende Einwilligungen, Verstöße gegen Hygienevorgaben oder unzulässige Delegation ärztlicher Aufgaben – all das birgt rechtliche Risiken. Wer professionell pflegt, sollte die geltenden rechtlichen Pflichten und Vorschriften kennen.

Das „Praxishandbuch Pflegerecht“ vermittelt kompakt und praxisnah das nötige Wissen für den Pflegealltag. Seit der 1. Auflage hat sich vieles verändert: Neue Pflegekammern, Berufsordnungen, das Pflegeberufegesetz und das Pflegekompetenzgesetz sind hinzugekommen. Die Autoren behandeln zentrale Rechtsbereiche wie Arbeitsrecht, Haftung, Delegation, Strafrecht, Medizinproduktegesetz, Arzneimittelrecht und das Betäubungsmittelgesetz.

Auch wirtschaftliche und organisatorische Themen wie Abrechnungsstreitigkeiten mit Kostenträgern, betriebswirtschaftliche Grundlagen, Kooperationen im Gesundheitswesen, Datenschutz und Versicherungen finden Berücksichtigung – verständlich und anwendungsorientiert.

Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für Pflegekräfte in ambulanten und stationären Einrichtungen, für Führungskräfte, Dozentinnen und Dozenten und alle, die Pflegerecht fundiert verstehen wollen.

Biografie

Thorsten Müller und Jan P. Schabbeck sind ausgewiesene Experten im Pflegerecht – mit jahrzehntelanger Erfahrung in Lehre, Beratung und Praxis. Ihre Antworten sind fundiert, verständlich und direkt umsetzbar.

Rezension

Die Autoren Thorsten Müller und Jan P. Schabbeck widmen sich mit ihrem Werk dem Thema Pflegerecht, das sie in der zweiten Auflage, nun vollständig neu überarbeitet, veröffentlichen.

Bereits die erste Auflage aus dem Jahr 2018 zog großes Interesse aus der Fachwelt auf sich. Beibehalten wurde das ursprüngliche Konzept, den juristischen Laien, der in der Pflege tätig ist, in verständlicher Sprache zu erreichen. Zudem wird mit einer Vielzahl an Praxisbeispielen diesem hohen Anspruch weiter nachgekommen. Unter diesem Fokus werden allgemeine Neuerungen in der Pflege sowie der neueste Stand der Gesetzgebung, als auch der Rechtsprechung in einem Praxishandbuch vereint.

Die demographische Entwicklung und die zunehmende Komplexität von Versorgungssituationen in den verschiedensten pflegerischen Settings stellen professionell Pflegende vor steigende Herausforderungen. Hinzu kommt die Notwendigkeit einer intensiven Zusammenarbeit im intraprofessionellen Pflegeteam, auch mit Blick auf unterschiedlichste Qualifikationsstufen, sowie mit anderen Professionen in der gemeinsamen interprofessionellen Arbeit.

Der Anspruch an fundierte und verbindliche Fachliteratur ist immens hoch. Diesen Anforderungen wird im vorliegenden Werk durch das umfassende Aufgreifen relevanter rechtlicher Themen, die die Belange der Praxis widerspiegeln, Rechnung getragen.

Kapitel 1 umfasst das Thema Arbeitsrecht für Pflegefachpersonen. Relevante Themen von der Entstehung eines Arbeitsverhältnisses, über vertragliche Rechten und Pflichten seitens der Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen, bis hin zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden umfassend dargestellt.

Kapitel 2 befasst sich mit zivil- und strafrechtlichen Themen. Neben Grundlagenwissen zu Begriffsbedeutungen werden u. a. pflegerische Situationen aufgeführt, die den Eindruck erwecken, als bliebe keine mögliche Fallkonstellation unberücksichtigt.

In Kapitel 3 werden einzelne Straftatbestände wie Körperverletzung, Tötungsdelikte, freiheitsentziehende Maßnahmen, Schweigepflicht und Datenschutz § 203 StGB, Abrechnungsbetrug sowie Korruption im Gesundheitswesen §§ 299a/b StGB dargestellt und abschließend einige Hinweise bei strafrechtlicher Verfolgung zusammengefasst.

Kapitel 4 greift das Entlassmanagement durch das Krankenhaus auf. Neben vertraglichem Basiswissen werden Versorgungsmöglichkeiten und -strukturen für die Anschlussversorgung aufgezeigt.

Unter Kapitel 5 wird das Thema Arzneimittel mit den Schwerpunkten Off-Label-Use, Aufklärung und Haftung sowie Aspekte, die es bei der Abgabe von Medikamenten durch Pflegefachpersonen zu beachten gilt, dargestellt. Darüber hinaus werden die Lagerung von Arzneimitteln, Zusammenarbeit mit Apotheken, Aspekte aus dem Betäubungsmittelgesetz sowie häufig gestellte Fragestellungen zu diesem Themenkomplex aufgeführt.

Kapitel 6 nimmt das Thema Abrechnung im Gesundheitswesen in den Blick. Vertragliche Regelungen in der häuslichen Krankenpflege, Abrechnung in der stationären Pflege, die Pflegebuchführungsverordnung (PBV), Abrechnungen im Krankenhaus, das Entgeltsystem Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (PEPP) sowie das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) werden tiefgreifend analysiert.

Im 7. Kapitel finden sich neben der Vermittlung von Grundlagenwissen, Empfehlungen zum Umgang mit Versicherungsfragen sowie Ausführungen zu unterschiedlichen Versicherungsarten. Abschließend wird Bezug auf die Besonderheiten von Selbstständigkeit und Freiberuflichkeit genommen.

In Kapitel 8 wird die Delegation ärztlicher Leistung und Heilkunde durch Pflegefachpersonen aufgegriffen. Nach einer Einführung werden zunächst die Themen Haftung bei Delegation, Stellung des Delegierenden, Haftung des Delegationsempfängers, Haftung des Trägers und arbeitsrechtlicher Kontext sowie Zulässigkeit der Delegation tiefgehend erörtert. Anschließend folgen die Themenkomplexe Heilkunde durch Pflegefachpersonen, Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA), Empfehlung von Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln durch Pflegefachpersonen sowie das Ausstellen einer Verordnung zur häuslichen Krankenpflege durch Pflegefachpersonen. Diese sind insbesondere durch die aktuellen gesetzlichen Entwicklungen, mit Blick auf das geplante Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege, von hoher Relevanz.

Das Werk „Praxishandbuch Pflegerecht“ zeichnet sich durch eine gute Lesbarkeit sowie übersichtliche Struktur und das kontinuierliche Transferieren theoretischer Grundlagen aus den Rechtsgebieten in praxisnahe Beispiele aus. Hierdurch wird den Leser*innen die Überprüfung des eigenen Verständnisses ermöglicht und sie werden durch spannende Fallkonstellationen gedanklich im Thema gehalten.

Die Autoren stellen in diesem unverzichtbaren Nachschlagewerk ihre Expertise, in einer praxisnahen Zusammenfassung hochrelevanter und aktueller Themen zur Verfügung. Führungskräften, professionell Pflegenden, Auszubildenden, Studierenden und Lehrenden im Bereich der Pflege ermöglicht dieses Buch eine Wissenserweiterung sowie -vertiefung und das Beantworten von Fragen aus dem beruflichen Alltag.

Dieses Buch bietet den Leser*innen eine Grundlage, sich auf fundierte sowie verbindliche Aussagen beziehen zu können, für ein rechtssicheres Argumentieren und kann damit unterstützend in der Vertretung eigener Positionen wirken.

Das „Praxishandbuch Pflegerecht“ ist als Beitrag zur Professionalisierung der Pflege anzusehen.

Abschließend soll durch eine weitere persönliche Einschätzung der Rezensentin, die bisherige positive Erfahrung durch den Einsatz der ersten Auflage des Praxishandbuchs Pflegerecht in der hochschulischen Lehre verdeutlicht werden. Die Begleitung von Studierenden im primärqualifizierenden Pflegestudiengang bringt die Auseinandersetzung mit den vielfältigsten rechtlichen Fragestellungen im Rahmen der Lehrtätigkeit mit sich. Auch im Austausch mit Praxiseinrichtungen aus den unterschiedlichsten Settings ergeben sich Fragen zu spezifischen Pflegesituationen, die in rechtlichen Zusammenhängen stehen. Bereits die erste Auflage zum „Praxishandbuch Pflegerecht“ ermöglichte stets eine fundierte Stellungnahme in derartigen Konstellationen. Mit der nun vorliegenden 2., neu bearbeiteten Auflage, wird dies mit hochaktuellen Erkenntnissen noch fundierter möglich werden.

Eine Rezension von

Prof. Dr. Nicole Seiler,
Professorin für Pflegewissenschaft und klinische Pflege
an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen

 


 

"Buchtipp - Sehr empfehlenswerte Veröffentlichung!"

Quelle: Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, 11.10.2018

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