Solidarische Wettbewerbsordnung - Genese, Umsetzung und Perspektiven einer Konzeption zur wettbewerblichen Gestaltung der gesetzlichen Krankenversicherung

Artikelnummer: 86216150

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Artikelbeschreibung

Das Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) von 1992 markiert den Beginn wettbewerbsorientierter Reformen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV):

Kassenwahlfreiheit und Risikostrukturausgleich waren bahnbrechende Weichenstellungen für den Kassenwettbewerb auf dem Versicherungsmarkt, und auch der Vertragswettbewerb auf dem Leistungsmarkt kam langsam in Gang. Dennoch ist die GKV im Kern immer noch administrativ-korporatistisch geprägt. Nach mehr als 20 Jahren, die seit Inkrafttreten des Gesundheitsstrukturgesetzes vergangen sind, haben die Herausgeber und Autoren des vorliegenden Sammelbandes es sich zur Aufgabe gemacht, die Grundprinzipen, Reformbaustellen und Perspektiven dieser Konzeption systematisch auf den ordnungsökonomischen Prüfstand zu stellen. 17 Gesundheitswissenschaftler und -praktiker verschiedener Fachrichtungen haben sich dieser Aufgabe in insgesamt 11 Einzelbeiträgen unterzogen. Darin werden die Begründung und Genese der Solidarischen Wettbewerbsordnung ebenso behandelt wie ihre Reformerfordernisse und -optionen.

Details

Allgemeine Informationen

Produktform:
Hardcover
Sprache:
Deutsch
Verlagsmarke:
medhochzwei
Auflage:
1. Auflage
ISBN:
978-3-86216-150-8
Gewicht:
746 g
Herstellungsland:
Deutschland
Stand:
2014
Umfang:
X, 358 Seiten
Format:
17 x 24 cm

Autoren

Dieter Cassel  (Hrsg.)
Klaus Jacobs  (Hrsg.)
Christoph Vauth  (Hrsg.)
Florian Buchner
Michael Coenen
Ingwer Ebsen
Dirk Göppfarth
Justus Haucap
Peter Oberender
Andreas Schmid
Jonas Schreyögg
Wille, Eberhard

Biografie

Die Herausgeber:

Prof. Dr. Dieter Cassel, Emeritus für Wirtschaftspolitik und Gesundheitsökonomie an der Mercator School of Management der Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg.

Prof. Dr. Klaus Jacobs ist Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) in Berlin.

Dr. Christoph Vauth ist Bereichsleiter "Versorgungsmanagement" bei der hkk-Erste Gesundheit, Bremen.

Prof. Dr. Jürgen Zerth ist Professor für Wirtschaftswissenschaften (Gesundheitsökonomie) an der Wilhelm Löhe Hochschule in Fürth.

Rezension

„Das System der gesetzlichen Krankenkassen will einerseits die Solidarität unter den Versicherten gewährleisten, andererseits den Wettbewerb unter den Leistungserbringern ermöglichen. Mit dem Gesundheitsstrukturgesetz wurde 1993 der ordnungspolitische Rahmen geschaffen, um mehr Markt im Gesundheitswesen zuzulassen. Unter dem Titel „Solidarische Wettbewerbsordnung“ fragen jetzt renommierte Beobachter der Gesundheitspolitik systematisch nach, wie sehr sich das GKV-System dem Wettbewerb geöffnet hat und welche Instrumente ausgestaltet sind. Sie liefern einen fundierten Überblick, in dem sie den Versicherungsmarkt mit Risikostrukturausgleich, Beitrags- und Versorgungsmanagement ebenso analysieren wie den Leistungsmarkt mit Selektivverträgen und Preis- und Leistungswettbewerb. Das Fazit: Es ist bislang nur in einzelnen Bausteinen gelungen, Wettbewerbselement im GKV-System zu integrieren. Der Gesetzesgeber reguliert in Teilberiechen – zum Beispiel Selektivverträge – nach wie vor zu viel und verhindert einen Wettbewerb gerade dort, wo er sich entfalten könnte. Das Stichwort Wettbewerb kommt auch im aktuellen Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD kaum vor. Dass darin jedoch unzählige Details beschrieben werden, führt aus Sicht der Experten eher zurück zur Dominanz einer administrativen Steuerung der Versorgung.“

Quelle: Gesundheit und Gesellschaft, Ausgabe 7-8/2014

„Das Buch informiert sehr umfassend und breit gefächert aus weit überwiegend gesundheitsökonomischer Sicht über das Konzept der „Solidarischen Wettbewerbsordnung“ in der GKV und seine Anwendung und Ausgestaltung in den einzelnen Bereichen der Versorgung und präsentiert dazu den „state of the art“. Bei Unterschieden im Detail sind die Autoren sich einig über die Wünschbarkeit und Notwendigkeit einer stärkeren Wettbewerbsorientierung in der Versorgung und treten konsequent für diese Überzeugung ein. Dank der Klarheit und Differenziertheit der Darstellung und Argumentation ist das Buch auch für Leser mit Grundkenntnissen des GKV-Systems empfehlenswert, die diese Position nicht teilen.
Hervorzuheben ist der hohe Informationsgehalt der meisten Beiträge, die oft zumindest Passagen weise Lehrbuchcharakter haben – das Stichwortverzeichnis am Ende unterstützt die Informationsfunktion. Insb. der Aufsatz von Buchner und Göpffarth über den RSA und der von Ebsen in den Passagen über den Gemeinsamen Bundesausschuss und das Wirken der gemeinsamen Selbstverwaltung in der vertragsärztlichen und in der stationären Versorgung präsentieren komplizierte Zusammenhänge in großer Klarheit."

Quelle: Prof. Dr. Dieter Masberg, socialnet

„Solidarität und Wettbewerb – Geht das überhaupt?

Außerhalb der Branche kann wohl kaum jemand etwas mit dem Begriff „Solidarische Wettbewerbsordnung“ anfangen und man wird sich fragen, ob und wie das überhaupt funktioniert. Der Begriff taucht 1994 erstmals bei Rebscher in einer kleinen Veröffentlichung auf. Er ist im Zuge der Gesundheitsreform von 1993 entstanden, als mit dem sog. Gesundheitsstrukturgesetz Wettbewerb und damit ein gewisser Wendepunkt in die Gesundheitspolitik und insbesondere in die Kassenlandschaft einzog. 20 Jahre später, im Februar 2014, ist nun im medhochzwei Verlag ein Buch erschienen, womit die Herausgeber Dieter Cassel, Klaus Jacobs, Christoph Vauth und Jürgen Zerth es sich zur Aufgabe gemacht haben, Konzept und praktische Umsetzung der Solidarischen Wettbewerbsordnung auf den Prüfstand zu stellen, ein hehrer historisch-analytischer und zugleich hoch gegenwartsbezogener Anspruch. Sie erfreuen sich dabei der Unterstützung namhafter Autoren aus Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Gesundheitsökonomie, Volkswirtschaft und Kassenmanagement.

Das 358-seitige Buch gliedert sich in vier Teile und behandelt zunächst das ordnungstheoretische Fundament sowie den reformpolitischen Beginn. In einem zweiten Teil geht es um die Weiterentwicklung der Reformerfordernisse auf dem Versicherungsmarkt, in dem der Risikostrukturausgleich als eigentlicher Kern des Konzeptes, Aspekte des Kassenwettbewerbs auf der Beitrags- wie auf der Versorgungsmanagement-Seite diskutiert werden. Was sich auf dem Leistungsmarkt getan hat, ist Gegenstand des dritten Teils und im vierten Kapitel werden Krankenkassen und Leistungserbringer als Wettbewerbsakteure sowie der Staat und die Selbstverwaltung als Regulierungsakteure im Sinne funktioneller Rahmenbedingungen der solidarischen Wettbewerbsordnung analysiert. Abschließend blicken die Herausgeber in die Zukunft, indem sie Perspektiven, Handlungsbedarf und Umsetzungsprobleme aufzeigen. Das ist unumwunden gelungen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Das Werk ist eines der wenigen Sachbücher, die ich in letzter Zeit fast zur Gänze mit großer Sympathie gelesen habe, weil es in seiner Differenziertheit einfach besticht. Da ist kaum etwas Überflüssiges, da werden die Pro und Contras beleuchtet, die Sachverhalte anschaulich und korrekt ohne Längen und Oberflächlichkeiten klar herausgearbeitet, wenn auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Werthaltungen. Es bleibt nicht aus, dass die Herausgeber sich für Wettbewerbsperspektiven stark machen und die Rahmenbedingungen dazu klar ansprechen. Als Mitgestalter und Zeitzeuge in diesen 20 Jahren fällt mein Urteil klar aus: Sehr empfehlenswert. Das Buch ist zudem sorgfältig und sehr informativ editiert. So ist die Lektüre nicht nur nützlich, sondern auch schön."

Quelle: Rolf Stuppardt, Herausgeber Welt der Krankenversicherung

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