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11.10.2017

Politik & Wirtschaft

Gesundheitsunternehmer Lohmann: „Wir verplempern zu viel Arbeitskraft in Bereichen, die automatisch funktionieren würden“

Für die neueste Ausgabe von Klinik Markt inside haben wir mit Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann über Zukunftsthemen gesprochen. Bei Robotik und Digitalisierung geht es seiner Überzeugung nach nicht in erster Linie um OP-Roboter und schon gar nicht um humanoide Maschinen, die Pflegekräfte ersetzen. „Es wird erst mal sehr stark um Unterstützung gehen: Wie können wir Ärzte und Pfleger wegkriegen von stupiden Routinetätigkeiten, von Dokumentationen, von Logistik – und wie können wir sie hinkriegen an den Patienten, wo sie hingehören“, verdeutlichte der Experte am Rande des Gesundheitswirtschaftskongresses.  

„Wir verplempern noch zu viel Arbeitskraft in Bereichen, die auch automatisch funktionieren würden. Da wird ungefähr 40 Prozent der Arbeitskraft von Pflegenden absorbiert. Nicht die Technik ist die Hürde, sondern die bisherige Arbeitsweise“, führt Lohmann weiter aus. Bei der richtigen hätte man quasi fast doppelt so viele Pfleger, die man auch dringend brauche, weil man in Wirklichkeit nicht doppelt so viele kriege.  

Der Noch-Bundesregierung stellte er ein gemischtes Zeugnis aus. Es sei eine Erleichterung, dass es nach mehreren gescheiterten Anläufen endlich ein Präventionsgesetz gebe. In der Altenpflege seien einige „weiße Flecken“ beseitigt worden. Das Krankenhausstrukturgesetz beinhalte den Wandel in Richtung Qualität. „Die Bundesregierung hat sehr viel Glück gehabt. Sie hat volle Kassen gehabt wie noch nie vorher. Deshalb hätte ich mir gewünscht, man hätte die guten Zeiten noch mehr genutzt, um mehr Modernität ins System zu bringen“, stellte der Experte klar. 

Die Menschen seien die großen Treiber der Veränderung. „Deswegen sind die im Vorteil, die sich auf diese Veränderungen aktiv einstellen“, sagte Lohmann an die Adresse der Krankenhäuser. Dort würden auch noch falsche Investitionsentscheidungen getroffen. Es bedürfe einer großen Initiative unter Beteiligung des Bundes, um im großen Stil Technologien zu modernisieren. Dies könne zusammen mit den Anstrengungen der Kliniken zu einem großen Schub in der Digitalisierung führen. 

 

Zum kompletten Interview im Video gelangen Sie über die aktuelle Ausgabe von Klinik Markt inside, die Sie hier als kostenlose Probeausgabe bestellen können.  

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René Adler

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