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13.03.2018

Krankenversicherung, Heilberufe, Politik & Wirtschaft

AOK Sachsen-Anhalt und IKK gesund plus zahlen Kosten für Antibiotika-Schnelltest

Ein wichtiges ungelöstes Versorgungsthema ist seit geraumer Zeit die zunehmende Antibiotika-Resistenz. U.a. wird das auf zu viele unnötige Antibiotika-Verordnungen zurückgeführt. Versicherte der AOK und der IKK gesund plus aus Sachsen-Anhalt können als Patienten im induzierten Falle nun einen Schnelltest als Kassenleistung in Anspruch nehmen, der Auskunft darüber gibt, ob ein Antibiotikum überhaupt nötig ist. Die Kassen haben sich mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und dem Hausärzteverband im Rahmen einer Sondervereinbarung auf eine Änderung im Haus- und Kinderarztvertrag geeinigt. Demnach übernehmen die Kassen ab sofort die Kosten für einen sogenannten CRP-Schnelltest, der bislang nicht Teil des Leistungskataloges ist. Mit Hilfe eines solchen Tests können die Mediziner innerhalb von ein paar Minuten feststellen, ob ein viraler oder ein bakterieller Infekt vorliegt. Die IKK gesund plus zitiert Studien, nach denen die Anzahl der Antibiotika-Verordnungen um bis zu 24 Prozent abnehmen könnte, wenn CRP-Tests regelmäßig zur Anwendung kommen. Der CRP-Wert ist ein Entzündungsparameter im Blut, mit ihm misst man das „C-reaktive Protein“, das bei bakteriellen Infektionen ansteigt. Bei dem Test werden einige Tropfen Blut (etwa aus der Fingerkuppe) entnommen und auf die CRP-Konzentration hin analysiert. Zeigt der Test einen niedrigen CRP-Wert, bedeutet dies, dass mit aller Wahrscheinlichkeit keine bakterielle Entzündung vorliegt und somit auf Antibiotika verzichtet werden kann. Insbesondere im kinderärztlichen Bereich kommen solche Tests schon vielerorts zur Anwendung, um unnötige Antibiotika-Verordnungen zu vermeiden. In den meisten Fällen müssen die Patienten (beziehungsweise Eltern) den Test aber bisher selbst bezahlen.

Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung

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