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16.05.2018

Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft, Heilberufe, Digital Health

Wegweisender Beschluss des 121. Deutschen Ärztetages: Lockerung des Fernbehandlungsverbotes

Als wegweisende Entscheidung des diesjährigen Deutschen Ärztetages in Erfurt bezeichnet Dr. med. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen Lippe die Aufhebung des Fernbehandlungsverbots. Diese Änderung des ärztlichen Berufsrechts werde verschiedenste Möglichkeiten schaffen, die Telemedizin in den Versorgungsalltag zum Nutzen der Patientinnen und Patienten zu integrieren. So könnten Warte- und Wegezeiten minimiert werden. Wer diesen digitalen Weg als Patient nicht nutzen möchte, könne nach wie vor das persönliche Arzt-Patient-Gespräch als Präsenz-Gespräch führen. Einen wichtigen Schritt in die digitale Zukunft der Medizin nennt Prof. Dr. med. Christoph Straub, BARMER Vorstandsvorsitzender, die Lockerung des Fernbehandlungsverbotes. Damit würden große Chancen für eine weitere Säule der Versorgung geschaffen, Ärzte und Patienten würden näher zusammenrücken, eine intensivere Betreuung für immobile Patienten wird somit Realität. Jetzt müsste eine bundesweit einheitliche Regelung zur Harmonisierung der derzeitigen regionalen Ansätze getroffen werden, so der BARMER Chef. Gemäß des ärztlichen Berufsrechts war es bislang Ärzten untersagt, ohne vorherigen Kontakt eine digitale Behandlung durchzuführen. In Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein galten bislang andere Regelungen. 

Auch die AOK Nordost, die sich als Vorreiter innovativer Versorgungslösungen sieht und bereits seit Längerem die Lockerung des Fernbehandlungsverbots gefordert hat, begrüßt den Beschluss des Deutschen Ärztetages. „Am Ende entscheidet jeder Patient ganz individuell und natürlich in Absprache mit dem Arzt, ob er einen persönlichen Arztbesuch dem Kontakt per Videokanal vorzieht“ führt Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost aus.  Zudem hebt Landesvertretungsleiter der TK in Rheinland-Pfalz, Jörn Simon, die Vorteile der Öffnung des Fernbehandlungsverbots z.B. für die Behandlung von Menschen auf dem Lande, Eltern mit fiebernden Kindern, Ältere oder Pflegebedürftige hervor. Auf dieser Basis könne auch in Zukunft die Versorgung in strukturschwächeren Gegenden sichergestellt werden. Er verweist auch darauf, dass bereits seit 20 Jahren in der Schweiz der Telemedizin-Anbieter Medgate an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr erreichbar sei mit Dienstleistungen wie Beratungen und Diagnosestellungen seitens erfahrener Kliniker, Ausstellen von Rezepten und Überweisungen an niedergelassene Ärzte oder Krankenhäuser.

Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung

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