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16.05.2018

Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft, Digital Health, Psychotherapie

Elektronische Gesundheitskarte: Wachsende Unsicherheit bei Ärzten und Psychotherapeuten

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat die Einführung der Telematik-Infrastruktur (TI) in Arzt- und Psychotherapeutenpraxen scharf kritisiert. „Jeden Tag wird zum Thema TI-Rollout eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Die Unsicherheit bei den Ärzten und Psychotherapeuten wächst von Tag zu Tag. Dieser Zustand ist aus unserer Sicht unerträglich. Die elektronische Gesundheitskarte und die Installation der Telematik-Infrastruktur erinnern an den Bau des Berliner Flughafens“, sagte der KVN-Vorstandsvorsitzende, Mark Barjenbruch. Nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Medienberichten zufolge offenbar darüber einig sind, dass die elektronische Gesundheitskarte (eGK) „nicht zukunftsfähig“ ist, hat auch der Deutsche Ärztetag in Erfurt dem Projekt in der vergangenen Woche eine Absage erteilt und die Politik aufgefordert, die Anbindung der Arztpraxen an die TI auszusetzen. „Darüber hinaus ist es absehbar, dass die Industrie ohnehin bis Ende 2018 weder eine zuverlässige Funktionsfähigkeit gewährleisten kann, noch in der Lage ist, alle potenziellen Teilnehmer anzuschließen. Die Industrie erfüllt nicht ihre Versprechungen, weitere Konnektoren auszuliefern. Noch immer gibt es nur einen Anbieter, der in seiner Monopolstellung keine Veranlassung sieht, die durch mehr Wettbewerb erhoffte und kalkulierte Preissenkung vorzunehmen“, so Barjenbruch. Die Ärzte brauchten Klarheit über Kosten, Datensicherheit und Zukunftsfähigkeit des Projektes Telematik im Gesundheitswesen.

Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung

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