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06.10.2017

Krankenversicherung, Case Management, Heilberufe

Verzahnter Versorgungsansatz für Kinder und Jugendliche mit schweren psychischen Erkrankungen gestartet

Einen bundesweit einmaligen Versorgungsansatz für Kinder und Jugendliche mit schweren psychischen Erkrankungen startet die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) zusammen mit der AOK Baden-Württemberg und dem Universitätsklinikum Tübingen ab dem 1. Oktober 2017. Immer mehr Kinder und Jugendliche erkranken an schweren psychischen Störungen, die stationär behandelt werden. In diesem Modellvorhaben schließt sich für die betroffenen Kinder und Jugendlichen nach einer möglichst kurzen vollstationären Behandlung eine „Therapeutische Intensivbehandlung im Ambulanten Setting (TIBAS) an. Ziel von TIBAS ist es, dass die Patienten im Kindes- und Jugendalter schneller in ihre Lebensbereiche des Alltags, zu Familie, Freunden, Schule oder Ausbildung und in Vereine zurückkehren können. Ein persönlicher Begleiter, sog. Case-Manager, ist über den gesamten Behandlungsverlauf hinweg eingebunden, auch sektorenübergreifend nach Klinikentlassung. Entsprechend der Patientenbedürfnisse wird die Behandlungsintensität angepasst. Dieser adaptierte Versorgungsansatz hält sowohl einzel- und gruppentherapeutische Leistungen als auch tagesstrukturierende Angebote am Universitätsklinikum Tübingen bereit und verknüpft diese sektorenübergreifend mit den bewährten Behandlungen seitens der niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Kinder – und Jugend Psychotherapeuten. Durch diesen auf die Patientenbedürfnisse zugeschnittenen Versorgungsansatz wird eine nachhaltige Stabilisierung erreicht, wodurch letztlich auch wiederkehrende Krankenhausaufenthalte vermieden werden können, so Prof. Dr. Tobias Renner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter am Universitätsklinikum Tübingen. Das Modellvorhaben wird wissenschaftlich evaluiert und hat eine Laufzeit von acht Jahren.

Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung

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