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13.12.2017

Case Management, Aktuelles aus dem Verlag

Case Management 4/2017 erschienen

Die Ausgabe Case Management 4/2017 befasst sich mit dem Bundesteilhabegesetz, das zum 01.01.2018 in Kraft tritt und abschnittsweise umgesetzt werden soll. Hendrik Hoffjan stellt dar, wie schwierig umsetzbar mehr Selbstbestimmung und Teilhabe im Bereich Wohnen werden wird: wo bislang alle nötigen Leistungen (Pflege, Betreuung, Beschäftigung, Ernährung) in der stationären Wohngruppe erbracht wurden, muss jetzt sichergestellt werden, dass der Mensch mit Behinderung auch in eigener Wohnung die angemessene Versorgung erhält. Seine Frage ist, wer die damit verbundenen Koordinationsaufgaben übernehmen wird. Es folgen drei Beispiele für ein Case Management beim Leistungserbringer: die Josefsgesellschaft und die Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung haben schon seit einigen Jahren ein Case Management eingeführt, die Stiftung Scheuern steht noch am Anfang der Implementierung. Offensichtlich wird in den Beiträgen der drei Einrichtungen, dass ein Case Management wesentlich dazu beiträgt, die eigene Organisation weiter zu entwickeln und stärker auf das zu schauen, was sich die Menschen mit Behinderung, die Unterstützung benötigen, wirklich wünschen. 

Als Anbieter ist man mit Case Management deutlich besser gerüstet, wenn künftig der Sozialleistungsträger verstärkt prüft, ob die erbrachten Leistungen dem Bedarf und dem Wunsch der Klienten entsprechen. Denn wie das Positionspapier der Fachgruppe Case Management für Menschen mit Behinderung ausführt, kann Case Management dazu beitragen, die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention im Kontext der Eingliederungshilfe auch in Komplexeinrichtungen umzusetzen. Was angesichts der derzeitigen Diskussion jedoch wahrscheinlicher sein wird, sind steuernde Case Manager bei den Sozialleistungsträgern, die im besten Fall in enger Zusammenarbeit mit den Klienten, mit den unabhängigen Teilhabeberatungstellen und den Leistungserbringern mit oder ohne Case Management das Gesamtplanverfahren in die Hand nehmen. Im schlechtesten Fall werden die „Case Manager“ als Sachbearbeiter nach Aktenlage regieren und sich in erster Linie als Gate Keeper verstehen – die DGCC sieht sich gefordert, hier zum aktuellen Diskurs fachlich und ethisch beizutragen. 

Beiträge außerhalb des Schwerpunktes und Berichte aus den Fachgesellschaften runden das Heft ab.

Das komplette Editorial und das Inhaltsverzeichnis finden Sie hier.

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