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11.04.2018

Krankenversicherung

Berliner E-Health-Ideenküche: Neue Rezepte für Digital Health und Start-ups


Mehr als 150 Innovatoren aus GKV, PKV, Pharma- und Medizinprodukte-Industrie, Technologie- und Dienstleistungsunternehmen sowie Start-ups der Gesundheitswirtschaft folgten der Einladung von TCP in die 4. Ideenküche nach Berlin. Mit am Herd standen über 20 Krankenversicherungen.

Die schöne neue Healthcare Welt, wie sie bereits heute am Mount Sinai Health System in den Krankenhäusern von New York existiert, hat Professor Erwin Böttinger am Beispiel von Clipmerge aufgezeigt; ein Echtzeit-System am Point of Care, das sowohl die Analyse als auch die Entscheidungsfindung für die Behandlung unterstützt. Daneben führte er in seine Vision zur personalisierten Medizin als Head des Digital Health Centers am Hasso Plattner Institut in Potsdam ein. Die zu erwartende Disruption wird vor allem durch patientengenerierte Informationen getrieben.
Noch länger warten ist nicht ihr Ding. Also bestimmen einige Kassen ihre digitale Zukunft selbst. Christian Klose von der AOK Nordost und Thomas Heilmann von der TK zeigten den aktuellen Stand ihrer Vernetzungsaktivitäten, wobei sie einen neuen Typus von Versicherten, der gerade am Entstehen ist, im Auge haben. Der will Nutzen generiert haben.
Längst sind andere Länder mit ihrem elektronischen Patientendossier weiter als Deutschland. Wie von Adrian Schmid, eHealth Suisse dargestellt, wird dort in einer Mischung aus gesetzlichem „Zwang“ (Spitäler / Heime) und freiwilligem „Druck“ (ambulanter Sektor / Versicherte) die Digitalisierung vorangetrieben. 2020 ist der Termin für die schweizweite Einführung, eine politisch breit abgestützte nationale Strategie.
Die Pfizer-Keynote von Ralph Lägel rückte ganz bewusst den Patienten in den Mittelpunkt und zeigte auf, wie der eigens gegründete globale Healthcare Hub die Diagnose, Adhärenz und Compliance unterstützt. Bei Lägel klang auch durch, wozu radikale Digitalisierung dient: Der Verbesserung der analogen Kommunikation, an deren Qualität und fairer Bewertung es fehlt, Patienten wünschen es sich aber.

Sie heißen Breazy, Docyet, Fosanis, Kaia, ReCare, ReHaptix, Vivira, Fitbase, Mesana und Froach. Zehn Start-ups präsentierten sich im Pitch und mit Activity-Programmen.
Und wer Digital Health immer noch für eine Eintagsfliege hält, konnte sich von den persönlichen Erfahrungen der arrivierten Jungköche von Coldplasmatech, Jourvie und GET.ON überzeugen lassen, dass Veränderung auch in einem so regulierten Markt wie der GKV möglich, sinnvoll und nutzenstiftend ist.
Das Start-up Coldplasmatech hat eine alternative Lösung zur herkömmlichen Wund-Desinfektion und eine physikalische Antwort auf multiresistente Keime entwickelt. Die Behandlung mittels kaltem Plasma ist ein Quantensprung in der Infektionsbekämpfung.
Gemeinsam mit der AOK Nordost hat das Start-up Jourvie einen innovativen Versorgungsansatz zur Früherkennung von psychogenen Essstörungen auf den Weg gebracht. Die neu entwickelte App Elamie ist Teil des Gesundheitsprogramms für Kinder und Jugendliche „AOK-Junior“.
Das Start-up GET.ON hat über 15 verschiedene Internet-basierte Gesundheitsinterventionen entwickelt. Dabei handelt es sich um Online-Gesundheitstrainings bei Stressbewältigung, Schlafproblemen, depressiven Verstimmungen oder problematischem Alkoholkonsum.
In mehr als 30 randomisiert-kontrollierten klinischen Studien hat GET.ON die Wirksamkeit und Kosteneffektivität der digitalen Interventionen evaluiert und einen eindrucksvollen Evidenznachweis erbracht.

Mit 30 Vorträgen in einer Länge von 3 bis maximal 20 Minuten erfüllte die Ideenküche ihren Anspruch, Ideen und Rezeptvorschläge für die smarte Krankenversicherung der Zukunft zu liefern. Aktuell gilt das Format sowohl bei Start-ups als auch bei den Professionals aus allen Sektoren der Gesundheitswirtschaft als „Szenetreffpunkt“, um verbindliche Kontakte zu knüpfen und bereits vor Ort Follow-ups zu vereinbaren.

Gekocht wird das nächste Mal wieder auf der 5. Ideenküche am Donnerstag, 14. März 2019 und wieder in Berlin.

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