Nachrichten

11.05.2018

Politik & Wirtschaft, Campus & Karriere, Pflege, Recht

Generalistische Pflegeausbildung: AGVP kritisiert Festhalten an Zeitplan

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) sieht in der Anhörung zum Entwurf der Ausbildungs- und Prüfverordnung zur Generalistik alle seine Befürchtungen bestätigt: Es habe massive Kritik an vielen Eckpunkten gegeben, doch die Politik wolle partout am einmal festgelegten Zeitplan festhalten. Viele notwendige Korrekturen würden somit auf der Strecke bleiben. Wie auf Biegen und Brechen das Vorhaben zur generalistischen Pflegeausbildung einmal mehr durchgepeitscht werden solle, sei ein Lehrbeispiel dafür, wie fahrlässig Politik die Zukunft der Altenpflege aufs Spiel setze, so eine Mitteilung des Verbands. Ein Rahmenlehrplan solle erst im nächsten Jahr vorliegen, die Finanzierungsverordnung stehe noch aus, so der AGVP. 

Friedhelm Fiedler, Vizepräsident des AGVP: ,,Die Einwände vor allem, aber nicht nur aus der Altenpflege, das hat die Anhörung gezeigt, sind eklatant. Die Träger sind zum Beispiel für die Bereitstellung aller Praxiseinsätze verantwortlich. Es müssen entsprechende Kooperationsverträge abgeschlossen werden. Wie aber soll das funktionieren, wenn schon heute absehbar ist, dass für den Pflichteinsatz Kinderkrankenpflege bundesweit auch nicht ansatzweise genügend Praxisplätze zur Verfügung stehen, die künftig auch alle angehenden Altenpfleger durchlaufen müssen? Und auch das wurde mit der Anhörung deutlich: Die Anerkennung eines Helfer- oder Assistenzabschlusses nach Absolvierung der Zwischenprüfung wird von den Ländern vehement abgelehnt. Viele der Auszubildenden, die das neue, in Teilen überzogen anspruchsvolle Ausbildungsniveau nicht schaffen, stehen dann womöglich mit leeren Händen da. Wir fordern von der Politik in Zeiten wachsender Personalsorgen: Nehmen Sie sich mehr Zeit für dieses wichtige Vorhaben. Machen Sie die vielen Ausbildungserfolge der Vergangenheit nicht mutwillig kaputt.“

In seinem im medhochzwei Verlag erschienenen Praxiskommentar zum Gesetz über die Pflegeberufe kommentiert Prof. Dr. Gerhard Igl, ehem. geschäftsführender Vorstand des Instituts für Sozialrecht und Gesundheitsrecht der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, das Gesetz praxisorientiert und verständlich. Für die noch ausstehende Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zum Pflegeberufegesetz erhalten Bezieher des Werkes einen kostenlosen Online-Zugang – über diesen kann dann nach Verabschiedung der Prüfungsverordnung auf diese zugegriffen werden. Weitere Informationen zum Buch unter https://www.medhochzwei-verlag.de/shop/index.php/buch-gesetz-ueber-die-pflegeberufe-978-3-86216-263-5.html.

Sven C. Preusker

>zurück<