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Planetary Health und dezentrale, patientenorientierte Gesundheitsversorgung

 

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte von November letzten Jahres an für eine allgemeine Impfpflicht im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie votiert. Sie sollte in diesem Frühjahr kommen und zuletzt zogen sich die Kompromiss-Verhandlungen im Bundestag bis unmittelbar vor der Abstimmung am 7. April hin. Die Abstimmung darüber ist deutlicher gescheitert als zuvor von Experten vermutet. Es sollte nun eine Aufarbeitung der Erkenntnisse und Lehren aus der Bekämpfung der Pandemie erfolgen:

Was kann künftig besser und wirkungsvoller gemacht werden? Wie ist das globale Pandemiegeschehen gesellschafts-, wirtschafts-, umwelt- und gesundheitspolitisch zu verorten? Sind zentrale Maßgabenvorgaben im Einzelnen für die dezentral unterschiedlichen Bedingungen und Erscheinungen einer Bevölkerung von über 80 Millionen in agglomerierten und deglomerierten Gebieten, in Stadt und Land, sinnvoll? Gibt es Instrumente und Strategien, die zielgenauer auf vulnerable Gruppen gerichtet werden können? Wie lassen sich Immunitätsförderung und Infektionsbekämpfung in breiten und spezifischen Kampagnen und Maßnahmen ausgewogen verankern? Wie lässt sich Interprofessionalität als dienendes Element aktiver politischer Willensbildung organisieren und verstetigen? All das gehört dann in die Modifizierung wirksamer Pandemiepläne. Keinesfalls wird uns ein „Weiter so“ weiterbringen. Und keinesfalls wird uns eine in den letzten Monaten zunehmend auffällige Verhärtung der Standpunkte und ein Bashing in jede Richtung weiterbringen. – Die Bürgerinnen und Bürger müssen als partizipative Subjekte mehr eingebunden und nicht mehr nur regierte Objekte sein.

Und es gehört noch wesentlich mehr zu dieser Aufarbeitung, etwas, das schon lange anliegt und durch Corona einen besonderen Erkenntnis- und Handlungsdruck erhalten hat: Eine Planetary Health Strategie muss sich den interdependenten Themen Umwelt, Klima, Artenvielfalt, Hungersnöte, Verteilungsgerechtigkeit und letztlich dem Frieden in der Welt gesellschaftlich und kulturell verankert mit der Absicht einer holistischen Politikgestaltung stellen. Diese sich global und zugleich vor Ort unterschiedlich auswirkenden Zusammenhänge haben nämlich maßgeblichen Einfluss auf Gesundheit, Produktivität, Lebensqualität und Wohlstand. Einerseits gehört Gesundheit dringender denn je in die gesamte Politikgestaltung, andererseits muss sich die spezifische gesundheitspolitische Politikgestaltung konsequent an den Anforderungen einer dezentralen, am Individuum orientierten, kooperativen Gesundheitsversorgung ausrichten. Die Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen spielen vor Ort eine Rolle, oft eine unterschiedliche. Dem sollte konsequent Rechnung getragen werden. Zahlreiche Verantwortliche haben Vorschläge dazu gemacht, ständige Diskussionsforen eingerichtet und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ein Bottom-up-Prozess für das sinnvolle Aufsetzen politischer Rahmengestaltung vonnöten ist.

Auch wir werden mit unserem Verlag und Kooperationspartnern am 28. April in Heidelberg ein Diskussionsforum veranstalten, das sich diesen Perspektiven annimmt: Unser 5. Heidelberger Forum Gesundheitsversorgung widmet sich vorwiegend den Fragen der ergebnisbezogenen Systemtransformation mit der Absicht, von der Krankheits- zur Gesundheitsorientierung zu gelangen. Hier finden Sie weitere Informationen dazu. Ich würde mich freuen, wenn Sie dabei sein könnten.

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Frühling
Ihr Rolf Stuppardt

 
   
 
   
 

 
   
 
   
 

Editorial: Gesundheit neu denken, raus aus der Monothematik
Kann man nach den Erfahrungen der letzten zwei Jahre mit der Pandemie oder Corona-Krise sagen, dass sich Gesundheitspolitik „notgedrungen“ vornehmlich mit Corona beschäftigen musste? Herausgeber Rolf Stuppardt sieht das nicht so und erläutert warum wir Gesundheit neu denken müssen.

„Es muss mich catchen“: Erwartungen von Versicherten an die Nachhaltigkeit digitaler Angebote ihrer Krankenkassen
Die mehr als zwei Jahre währende Corona-Pandemie hat den Umgang der Versicherten mit Gesundheit und Krankheit grundlegend verändert. Eine aktuelle tiefenpsychologische Studie des Berliner Marktforschungsunternehmens hc:spirit um Geschäftsführerin Dr. Evelyn Kade-Lamprecht liefert Antworten auf die Frage, wie nachhaltig Digital Health im Alltag nach Corona sein wird. Der integrierte Home Use Test unterzog neben verschiedenen elektronischen Patientenakten auch Apps von Krankenkassen sowie mehrere digitale Therapiebegleiter einem Alltags-Check.

Über die Kunst erfolgreicher Präventions- und Vorsorgekommunikation
Prävention ist ein enorm wichtiges Thema, welches viel zu häufig vernachlässigt und leider nicht selten als langweilig empfunden wird. Daher wählte die Techniker Krankenkasse (TK) einen eher ungewöhnlichen Ansatz, um auf die Relevanz der Hodenkrebs-Prävention hinzuweisen: mit Humor und Erotik. Damit hat das Thema zwar deutliche Aufmerksamkeit generiert, allerdings hat die Kampagne auch einen gigantischen Shitstorm in den sozialen Medien entfacht. Prof. Dr. Volker Nürnberg und Sonja Müller nehmen das zum Anlass, um einerseits die Kampagne zu beleuchten und andererseits auf die Kunst erfolgreicher Präventions- und Vorsorgekommunikation aufmerksam zu machen.

Zugänge in die Rehabilitation verbessern durch Netzwerkarbeit
Um einer Chronifizierung psychischer, psychosomatischer und von Suchterkrankungen vorzubeugen ist ein frühzeitiger, bedarfsgerechter, niedrigschwelliger Zugang zur Gesundheits- und Sozialversorgung für die Betroffenen von herausragender Bedeutung. Welche neuen Wege die Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen im rehapro Modellprojekt Rehakompass sowohl auf Fallmanagement, als auch auf struktureller Ebene mit dem Aufbau regionaler Netzwerke geht, stellen Christina Diekhoff, Prof. Dr. Knut Tilking und Laura Tolle vor. Dabei legen sie ein besonderes Augenmerk auf die Anknüpfungspunkte mit den Krankenkassen und Jobcentern.

Die Vermittlung von digitaler Gesundheitskompetenz als Gemeinschaftsaufgabe
Je mehr Menschen betroffen sind, desto weniger Sinn ergibt es, sich bei der Vermittlung von digitaler Gesundheitskompetenz auf die Erklärung der Nutzung komplexer Systeme zu verlassen. Vielmehr müssen die Systeme so einfach zu erreichen und selbsterklärend sein, dass eine gesellschaftliche Bereitschaft zur gegenseitigen Kompetenzvermittlung entsteht. Prof. Dr. Claudia Schmidtke und Oliver Fraedrich stellen die Ziele vor, auf die es ankommt, um Gesundheitskompetenz zu etablieren.

Portrait und Profil: Der Unternehmensarchitekt: Ein halbes Jahrhundert unterwegs für die Versicherten
Der Chef der VIACTIV Krankenkasse, Reinhard Brücker, ist im wahrsten Sinne des Wortes ein integrierendes Urgestein der Krankenversicherung. Ihn stellen wir in dieser Ausgabe mit seiner seltenen beruflichen Sozialisation näher vor.


Die vollständigen Beiträge lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Welt der Krankenversicherung. Alle Informationen zur Zeitschrift und zum Abonnement finden Sie hier.

 
   
 
   
 

 
   
 
   
 

Die Grafik des Monats – Fitnessbranche



Deutschland ist nach Experten einer der wichtigsten Fitnessmärkte Europas. Wie der Blick auf die Kennzahlen der Branche zeigt, sind die Umsätze bis 2019 kontinuierlich gewachsen – genauso wie die Zahl der Mitglieder in den Fitnessstudios. Allerdings hat die Corona-Pandemie deutliche Spuren hinterlassen. In den letzten zwei Pandemie-Jahren ist der Umsatz laut DSSV um rund 1,91 Milliarden Euro gesunken, zudem haben etwa 1,51 Millionen Menschen ihre Mitgliedschaft bei den Fitnessstudios hierzulande gekündigt. Hinzukommen schätzungsweise 890.000 stillgelegte Abonnements.

 
   
 
   
 

 
   
 
   
 

 
   
 
 
 
 
 
 
 
 

Politik & Wirtschaft, Krankenversicherung
Planetary Health: Initiative BKK Green Health

 
 
 
 
 
   
 
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Dr. Katharina Rieth zum Buch "Fit für den Kindernotfall"
Dr. med. Katharina Rieth, Kinderfachärztin, Intensivmedizinerin und Notärztin, spricht über ihr Buch...
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Einführung in die PT-RL und PT-V
Mit der Reform der Psychotherapie-Richtlinie von 2017 und den seitherigen weiteren Reformschritten h...
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Gerade erschienen:
Haupt/Zeitz (Hrsg.)
Management-Handbuch Augenheilkunde

 
 
 


Erscheint in Kürze:
Rieth (Hrsg.)
Fit für den Kindernotfall

 
 
 


Erscheint in Kürze:
Günther/
Krüger/Thewes(Hrsg.)
Budgetverhandlung und Finanzierung von Psych-Einrichtungen

 
 
   
 


 

 
   
 
   
 

Andrew Ullmann ist neuer gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Vorsitzender des Unterausschusses für Globale Gesundheit.  
 

Prof. Dr. Andrew Ullmann wurde Anfang April von der FDP-Bundestagsfraktion zum gesundheitspolitischen Sprecher gewählt. Er übernimmt die Funktion ab 1. Mai 2022 und folgt damit auf die bisherige Sprecherin Christine Aschenberg-Dugnus. Außerdem wurde er zum Vorsitzenden des Unterausschusses Globale Gesundheit gewählt. Ullmann ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist Universitätsprofessor für Infektiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie, internistische Onkologie und Infektiologie. Am 1. Mai 2022 übernimmt Prof. Dr. Andrew Ullmann die Position des gesundheitspolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion. Seit 2017 ist er Obmann seiner Fraktion im Gesundheitsausschuss. Ullmann bedankt sich bei seiner Vorgängerin Christine Aschenberg-Dugnus für ihre souveräne Arbeit inmitten der Corona-Pandemie. 


Dr. Susanne Wagemann ist alternierende Verwaltungsratsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes
 

Zur neuen alternierenden Vorsitzenden des Verwaltungsrates beim GKV-Spitzenverband wurde Dr. Susanne Wagemann gewählt. Sie ist damit Nachfolgerin von Dr. Volker Hansen, der bisher die Arbeitgebenden an der Spitze des Verwaltungsrates vertreten hatte und aus Altersgründen ausgeschieden ist. Die promovierte Volkswirtin Wagemann ist Leiterin der Abteilung Soziale Sicherheit bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Sie war zuvor in der ärztlichen Selbstverwaltung und einer Landespflegekammer beschäftigt. Ehrenamtlich ist sie als Mitglied im Kuratorium des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, als alternierende Vorsitzende des Vorstands der Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation e. V., als Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e. V. aktiv. Darüber hinaus ist sie Mitglied im Verwaltungsrat der AOK Nordost sowie alternierende Vorsitzende des Aufsichtsrates des AOK-Bundesverbandes.

 
   
 
   
 

 
   
 
   
 

 
   
 
 



Fokustag "Krankenhaus-abrechnungsprüfung"

25. April 2022, Leipzig

Weitere Informationen

 
 
 



5. Heidelberger Forum Gesundheits-
versorgung


27. April 2022,
Auftakt mit Tischgespräch,
Altstadt Heidelberg

28. April 2022,
Bahnstadt Heidelberg

Weitere Informationen

 
 
 



Frühjahrstagung - Die Krankenversicherung im Wandel

9. Mai 2022, Leipzig

Weitere Informationen

 
 
   
 



Welt der Krankenversicherung Newsletter
Herausgeber und Chefredakteur: Rolf Stuppardt
Redaktion: Dr. Annette Mehler, Dr. Monika Sinha


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Handelsregisternummer

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Ansprechpartner: Julia Rondot

Geschäftsführung: Julia Rondot

 
   
 
 
 

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