Novum: Branchen bezogene betriebliche Pflegezusatzversicherung gestartet

14.07.2021, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung

Mit CarFlex Chemie ist zum 01.07. die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Pflegezusatzversicherung gestartet. Damit erhalten mit einem Schlag hunderttausende Beschäftigte in der Branche eine zusätzliche Absicherung für den Fall der Pflegebedürftigkeit. Zustande gekommen ist dieser Absicherungstarif in Verhandlungen der Sozialpartner BAVC (die Chemie-Arbeitgeber) und IG BCE (die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie). Vorbild für die Branchenlösung war eine Regelung, die die IG BCE gemeinsam mit dem Konsumgüterhersteller Henkel geschlossen hat: 2019 war dort die erste betriebliche Pflegevorsorge in Kraft getreten. Sie war gemeinsam von IG BCE Bonusagentur und Henkel entwickelt worden. Die deutschlandweit 9.000 Beschäftigten des Unternehmens erhalten damit eine Basisabsicherung für die ambulante, stationäre und teilstationäre Pflege. Rund 580.000 Männer und Frauen arbeiten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie, darunter 435.000 Tarifbeschäftigte. CareFlex Chemie ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Bei Eintritt eines Pflegefalls mildert sie die Finanzierungslücke und entlastet finanziell. Alle Tarifbeschäftigten erhalten bei Eintritt des Pflegefalls ein frei verfügbares monatliches Pflegegeld für die häusliche und stationäre Pflege. Monatlich 300 Euro gibt es bei häuslicher Pflege bei Pflegegrad zwei bis vier. Pflege im Heim wird bei Pflegegrad zwei bis fünf mit monatlich bis zu 1.000 Euro unterstützt. Einer Gesundheitsprüfung müssen sich die Tarifbeschäftigten nicht unterziehen. Unabhängig vom Einkommen zahlt der Arbeitgeber 33,65 Euro pro Monat ein. Er kann zusätzlich außertarifliche Beschäftigte und leitende Angestellte kollektiv für die Versicherung anmelden. Gleichzeitig können Beschäftigte ihren Versicherungsschutz individuell aufstocken und auch Familienangehörige mitversichern. Wer beispielsweise 40 Jahre alt ist und die stationäre Leistung der tariflichen Versicherung im Pflegefall um weitere 500 Euro erhöhen möchte, zahlt dafür 8,25 Euro im Monat. Notwendig ist lediglich eine „Mini-Gesundheitsprüfung“.

Anzeige
Anzeige