Patientenbeauftragte fordert mehr Transparenz bei den Krankenkassen

14.07.2021, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Politik & Wirtschaft, Krankenversicherung

Anlässlich der Vorstellung einer Umfrage bei den Krankenkassen zu ihrem Umgang mit der öffentlich zugänglichen Darstellung ihres Leistungsgeschehens erklärte die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke: „Patientinnen und Patienten müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Krankenkassen die notwendigen Leistungen im Bedarfsfall auch zuverlässig und zeitnah genehmigen. Berichte zur Qualität der Leistungsgewährung und zu Leistungskennzahlen wie der Bearbeitungszeit von Anträgen oder der Anzahl erfolgreicher und abgelehnter Widersprüche können Versicherten helfen, besser einzuschätzen, ob ihre Kasse im Krankheitsfall für sie da sein wird!“ Bislang besteht für die Krankenkassen keine umfassende Berichtspflicht im Bereich Leistungsbewilligungen. Daher bewertet es die Patientenbeauftragt als positiv, dass mehrere Krankenkassen bereits seit längerem regelmäßig in Transparenzberichten über ihr Leistungsgeschehen informieren. Mittlerweile veröffentlichen bereits 25 Krankenkassen ihre Daten zum Leistungsgeschehen. Das müsse sich noch erweitern. Schmidtke sieht den GKV-Spitzenverband in der Pflicht, patientenrelevante Indikatoren und Kriterien für einen Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitswettbewerb zu entwickeln und es sei erfreulich, dass auf Initiative der Patientenbeauftragen inzwischen die entsprechenden Beratungen dazu eingeleitet wurden. Nach § 217f Absatz 4 SGB V hat der GKV-Spitzenverband den gesetzlichen Auftrag, Entscheidungen zur Organisation des Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitswettbewerbs der Krankenkassen zu treffen und Rahmenrichtlinien für den Aufbau und die Durchführung eines zielorientierten Benchmarkings der Leistungs- und Qualitätsdaten zu erlassen.

Anzeige
Anzeige