Verbundprojekt SEPSDIA am Forschungslabor der Anästhesiologischen Uniklinik Heidelberg gestartet

08.01.2020, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Heilberufe

Mehr als 140 Menschen sterben täglich in Deutschland an einer Sepsis oder septischem Schock. Zwei Drittel dieser Patienten sterben nicht an den starken unkontrollierten Entzündungsreaktionen im gesamten Körper sondern an der heftigen, sich anschließenden Unterfunktion ihres Immunsystems nach Sepsis. Um frühzeitig solche Risikopatienten mit stark geschwächtem Immunsystem diagnostizieren zu können, hat sich ein Konsortium aus Wissenschaftlern aus Deutschland, Belgien und Österreich zur Durchführung des Projektes SEPSDIA, Development of an epigenetics-based blood test to detect immunosuppression in patients with sepsis, gebildet. Die Forscher unter Leitung von Dr. Florian Uhle des zentralen Forschungslabors des Anästhesiologischen Universitätsklinikums Heidelberg, haben sich das Ziel gesetzt, erstmals molekulare Mechanismen des schwer zu fassenden Krankheitszustandes zu untersuchen. Die besonders gefährdeten Patientengruppen sollen frühzeitig erkannt werden bevor ihre Infektanfälligkeit durch wiederholte Krankheitsausbrüche sichtbar wird. Die Forscher suchen nach epigenetischen Markern am Erbgut von betroffenen Patienten. Dabei werden Abweichungen von Mustern am Erbgut von Patienten-Untergruppen analysiert, bei denen sich das Immunsystem nach Sepsis regeneriert und bei jenen, deren Immunsystem infolge Sepsis zusammenbricht. Daraus kann abgeleitet werden, bei welchen Patienten mit einem schweren Verlauf mit wiederkehrenden Infektionen zu rechnen ist, erläutert Prof. Dr. Markus A. Weigand, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Anästhesiologie in Heidelberg. Diese Erkenntnisse sollen in gezielte Therapieentscheidungen münden. Jedoch bedarf es hierzu noch intensiver weiterführender Forschungen in Zukunft, führt Dr. Uhle aus, denn „viele Krankheitsmechanismen im Verlauf der Sepsis sind noch nicht verstanden oder schlicht noch völlig unbekannt. Die Forschung unserer Arbeitsgruppe setzt da ein, wo die Intensivmedizin endet. Wir wollen verstehen, welche Spuren diese lebensgefährliche Immunreaktion im Körper, in den Zellen oder im Erbgut zurücklässt.“ https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/immunologie/forschung/kooperationen/kooperationen/arbeitsgruppe-spaetfolgen-der-sepsis/forschungsschwerpunkte.

 

Anzeige
Anzeige