DPtV befragte Mitglieder zu Zeitaufwand und Kosten der TI-Anbindung

12.02.2020, medhochzwei
Digital Health, Psychotherapie

77 Prozent der TeilnehmerInnen einer aktuellen Umfrage der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) gaben an, bereits an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen zu sein. Weitere sechs Prozent hatten den Anschluss beauftragt, waren aber bis Ende Dezember 2019 noch nicht angeschlossen. Etwa 7400 DPtV-Mitglieder mit Kassenzulassung wurden zur Teilnahme aufgerufen – fast 2600 Mitglieder antworteten.

„Die Diskussion um die TI wird aktiv auf verschiedenen Ebenen geführt. Die Sorge um die Sicherheit der Daten, um weitere Anwendungen und die Frage nach dem Nutzen der TI für die Psychotherapie beschäftigen unsere Berufsgruppe“, sagte der DPtV-Bundesvorsitzende Gebhard Hentschel. „Dank unserer Mitglieder konnten wir nun erste Fakten zum Thema erheben. Viele Praxen sind an die TI angeschlossen, geben aber auch erheblichen Zeitaufwand und hohe zusätzliche Kosten bei der Einrichtung an.“

413 teilnehmende Psychotherapeut*innen (etwa 16 Prozent aller Antwortenden) hatten zum Zeitpunkt der Umfrage noch keinen TI-Anschluss beantragt. Von diesen lehnten etwa 70 Prozent die TI grundsätzlich ab. Weitere Gründe (Mehrfachangaben waren möglich) wurden in dem nicht erkennbarem Nutzen für die psychotherapeutische Tätigkeit (68 Prozent) und dem nicht vertretbaren Aufwand einer TI-Installation (52 Prozent) gesehen. 14 Prozent ohne bisherige TI-Anschlussbeantragung gaben an, aufgrund baldiger Praxisaufgabe die TI-Installation nicht mehr vorzunehmen.

Der zeitliche Aufwand der Inbetriebnahme des TI-Anschlusses war für die befragten Praxen erheblich. Durchschnittlich wurden für die Vorbereitung und Betreuung der Installation sowie für Nachbereitung und Schulung 12,5 Stunden aufgebracht. Für später auftretende Probleme im laufenden Betrieb wurden im Durchschnitt weitere 4,6 Stunden benötigt. Auch finanziell mussten die Praxen investieren: Durchschnittlich 505 Euro Mehrkosten fielen pro Praxis über den Erstattungsbetrag der Krankenkassen hinaus an, etwa für die Anschaffung zusätzlicher neuer Hardware oder EDV-Dienstleistungen. Nur bei 14 Prozent der angeschlossen Praxen fielen keine solchen zusätzlichen Ausgaben an.

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