Studie zur sozialen Teilhabe im Alter: Lebensfreude und soziale Netzwerke stärken

03.05.2021, Sarah Rondot
Alternsforschung

Einsamkeit kann krank machen. Seit Januar 2021 fördert die Theo und Friedl Schöller Stiftung für fünf Jahre ein neues Projekt am Institut für Psychogerontologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zur Stärkung der sozialen Teilhabe älterer Menschen. Ein gutes Beziehungsnetzwerk kann zu besserer Gesundheit, besserem Gesundheitsverhalten und Aktivität führen. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, wie man soziale Teilhabe fördern und so das Wohlbefinden und die Lebensfreude der älteren Menschen stärken kann.


Einsamkeit und soziale Isolation können vielseitige Gründe haben. Der Verlust des Partners, eines Angehörigen oder eines engen Freundes, körperliche Einschränkungen sowie die gesamtgesellschaftliche Entwicklung und die zunehmende Digitalisierung. Diese Faktoren können dazu führen, dass Menschen sich allein und zurückgelassen fühlen.


Die Forscherinnen und Forscher sprechen in Einzelgesprächen mit den älteren Menschen. Sie versuchen so, die individuellen Gründe, die Lebenssituation und Vorlieben herauszufinden. Beraterinnen und Berater arbeiten eng mit den älteren Menschen und deren Umfeld zusammen, um das soziale Netzwerk wieder aufzubauen. Ziel ist es, drei Interventionsansätze für mehr soziale Teilhabe zu entwickeln.


1) Das Reaktivieren von Beziehungen. Die bisherigen Beziehungen werden analysiert und reflektiert. Die Barrieren zum Beziehungsaufbau mit diesen Kontakten werden, wenn möglich, überwunden und die Beziehungen vertieft.
2) Positive Beziehungserfahrungen durch Austausch. Hierbei geht es darum, dass die Teilnehmenden ihre eigenen Ressourcen im Austausch erkennen und ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche benennen können.
3) Psychoedukation zu gesundem Altern. Informationen über die Wirkung von sozialer Teilhabe werden vermittelt und die Teilnehmenden lernen die zugrundeliegenden Prozesse des Beziehungsaufbaus, des sozialen Austauschs, der Kommunikation und der Gesprächsführung.

Studierende der Gerontologie begleiten das Projekt „Gesundheit und soziale Teilhabe (GesTe)“ und bekommen so einen vorurteilsfreien Blick auf das Altern. Durch die individuelle Zusammenarbeit soll langfristig die Lebensqualität der älteren Menschen in ihrem Umfeld verbessert werden.

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