Kinderbücher sind eine zielführende Form der Prävention gegen Cybermobbing und Suchtgefahr

15.09.2021, Thomas Feibel
Autorenkommentare, Digital Health


Thomas Feibel

Kinderbücher sind eine zielführende Form der Prävention gegen Cybermobbing und Suchtgefahr.

Kinder bekommen immer früher ein eigenes Smartphone. Schon in der 2. Klasse sind diese internetfähigen Mobiltelefone in ihren Händen keine Seltenheit. Oft rutschen Kinder in den Gerätebesitz ohne Medienführerschein einfach so hinein. Weil das Smartphone der Sicherheit der Kinder dienen soll, lernen diese so zeitig das Joch der ständigen Erreichbarkeit kennen.

Es passiert, was passieren muss: Übermäßiger Konsum, 500 Nonsensnachrichten über Nacht, irgendwann wird ein Mitschüler übel beschimpft und peinliche Fotos machen die Runde. Und dabei haben wir von den suchtähnlichen Auswirkungen noch gar nicht gesprochen. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich lehne den Smartphonebesitz von Kindern nicht prinzipiell ab, denn das entspricht heute einfach nicht der Realität. Aber ich möchte, dass sobald Kinder ein Smartphone besitzen, es ihnen auch gut damit geht. Nur mit Medienkompetenz können wir verhindern, dass die Dinge aus dem Ruder laufen. Allerdings sind Themen wie Cybermobbing ein sehr schwerer Brocken.

Deswegen schreibe ich seit Jahren Kinderbücher zu dem Thema. Geschichten wie die NetzKrimis mit vier Mitratenkrimis zum Thema Cybermobbing sind ein guter Kleber, um sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Sie können die Figuren ganz nah an sich heranlassen und mit ihnen fühlen und leiden – und sie gleichzeitig auf Distanz von sich halten. Das hat auf Kinder eine nachhaltigere Wirkung als gebetsmühlenartige Vorhaltungen mit erhobenem Zeigefinger. Dass dabei noch witzige Krimis gelöst werden, nimmt dem Thema die Schwere. Wir alle wollen keine Kinder, die unter den psychischen Problemen der ungezügelten Smartphonenutzung leiden.

Thomas Feibel ist der führende Journalist zum Thema „Kinder und Computer" in Deutschland. Er leitet das „Büro für Kindermedien" in Berlin und publiziert u. a. in „c't", „familie&co" sowie „Dein Spiegel" und arbeitet auch für Hörfunk und Fernsehen. 2014 wurde er von Bibliothek & Information Deutschland (BID) für seine Arbeit zur Leseförderung und Vermittlung elektronischer Medien für Kinder und Jugendliche mit der Karl-Preusker-Medaille ausgezeichnet. Thomas Feibel steht für Lesungen und Workshops in Schulen und in Bibliotheken zur Verfügung.

Hier finden Sie weitere Informationen zur neuen Buchreihe "Mitratekrimis für Medienkompetenz und Konzentration".

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