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GKV-Spitzenverband begrüßt und moniert Pflegepersonal-Stärkungsgesetz

12.10.2018, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft

Als ein richtiges und wichtiges Anliegen bewertet der GKV-Spitzenverband die Verbesserung der Pflege am Krankenbett. Er moniert allerdings, dass zentrale Probleme der stationären Versorgung nicht angegangen werden. Eine nicht funktionierende Krankenhausplanung, die ungenügende Investitionsfinanzierung der Länder sowie die im internationalen Vergleich sehr hohen stationären Verweildauern und Fallzahlen sorgen für einen spürbaren Mangel an Pflegekräften. Damit sind Pflegemängel und schlechte Arbeitsbedingungen in den Kliniken verbunden. Dieser Zustand ist nicht nur beklagenswert, sondern steht auch im Kontrast zu der Tatsache, dass die Zahl von Beschäftigten in der Krankenpflege, sowohl was das Verhältnis an der Bevölkerung als auch die Wachstumsrate betrifft, weit über dem EU-Durchschnitt liegt, so der GKV-SV in seiner Verlautbarung. In Deutschland gäbe es pro 1000 Einwohner zwölf Klinik Pflegekräfte, während es im EU-Durchschnitt nur 8 seien. „Wir sehen die Gefahr, dass Krankenhäuser, wenn es um Pflegestellen geht, nicht mehr wirtschaftlich mit dem Geld der Beitragszahler umgehen. Wenn sämtliche Kosten für Pflegekräfte quasi durchgereicht werden, macht es für die Krankenhäuser Sinn, Pflegekräfte nicht nur für die Krankenpflege, sondern auch wieder als Reinigungskräfte oder für die Essensausgabe einzusetzen. Das nutzt weder den Patienten noch den Pflegekräften und für die Beitragszahler wird es teuer. Wir brauchen zumindest klare Vorgaben, damit Pflegefachkräfte auch nur für echte Pflegeaufgaben eingesetzt werden. Leider findet sich dazu im Gesetzentwurf nichts“, so der zuständige Vorstand des GKV-SV Johann-Magnus v. Stackelberg. Die Anzahl der Pflegefachkräfte ist begrenzt, gleichzeitig steigt deren Bedarf. Es sei zu befürchten, dass zwischen den verschiedenen pflegerischen Versorgungsbereichen über die Höhe der Löhne ein Kampf um die Pflegekräfte geführt wird, den die Kliniken vor dem Hintergrund der geplanten neuen Finanzierungsregeln alleine für sich entscheiden werden. Am Ende würden die Bewohner von Pflegeheimen die Leidtragenden sein, weil gut ausgebildete Pflegekräfte wegen des steigenden Vergütungsniveaus in die Kliniken abwandern würden.