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Innovationsfondsprojekt PAIN 2020 ist gestartet

12.10.2018, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Heilberufe

Ca. 7,5 Prozent der deutschen Bevölkerung haben chronische Schmerzen, d.h. Schmerzen die drei bis sechs Monate anhalten oder wiederkehrend sind. Ziel des Innovationsfondsprojektes PAIN 2020 ist es, Versorgungswege zu finden, wie Patienten vor einer Chronifizierung ihres Schmerzes bewahrt werden können. PAIN 2020 steht für Patientenorientiert, Abgestuft, Interdisziplinär, Netzwerk. Klagt ein Patient über andauernde Schmerzen klärt ein Team aus Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten gemeinsam auf Basis einer interdisziplinären, multimodalen Bewertung und der jeweiligen Befunde welche Art der Therapie auf den Patienten zugeschnitten, Anwendung finden soll: beim Hausarzt, Facharzt, ambulant, stationär oder tagesklinisch. Dabei werden sowohl somatische, psychologische und soziale Aspekte einbezogen. Die üblichen schmerztherapeutischen Therapieformen werden ergänzt um 2 Therapiemodule: Einmalige dreistündige Gruppenschulung des Patienten mit Informationen zu Ursachen, Formen, Bewältigung von Schmerzen und zur Bedeutung eigenverantwortlicher Schmerzreduktionsstrategien (E-IMST). Das zweite Therapiemodul ist eine berufsbegleitende Therapie mit 32 Stunden zu Methoden der Schmerzbewältigung (B-IMST). Frau Prof. Dr. med. Carla Nau, Kongresspräsidentin des Deutschen Schmerzkongresses 2018 unterstreicht, die Bedeutung von Aufklärung und aktiver Unterstützung zur Bestärkung des Patienten als Handelndem in seinem Schmerzbewältigungsprozess. Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft, betont, dass mit der BARMER und weiteren vier Konsortialpartnern und 25-30 Schmerzpraxen /-kliniken starke Partner bei PAIN 2020 zusammenarbeiten Sobald eine positive Evaluation vorläge, sollte diese innovative Versorgungskomponente in die Regelversorgung überführt werden.  PAIN 2020 wird mit sieben Millionen Euro über drei Jahre vom Innovationsfonds gefördert und soll 6.000 Patienten einschließen.

 

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