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Defizite beim Entlassmanagement

02.11.2018, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft, Management

Seit rund einem Jahr ist das Entlassmanagement (EM) mitsamt der notwendigen Verordnungen für die ersten Tage nach dem stationären Aufenthalt für Kliniken Pflicht. Nun zeigt der hkk-Gesundheitsreport 2018, dass noch längst nicht alle Patienten von den entsprechenden Regelungen des Rahmenvertrages Zwischen Krankenkassen, Ärzten und Krankenhäusern profitieren. 85,4 Prozent der Krankenhauspatienten erhielten zwar einen (vorläufigen) Entlassbrief, aber nicht einmal ein Fünftel (19,2 Prozent) der Patienten bekamen auch einen Entlassplan zu ihrem Behandlungsbedarf an die Hand. 42 Prozent der befragten Patienten hätten jedoch einen Entlassplan erhalten müssen, weil sie wegen schweren chronischen Krankheiten im Krankenhaus waren. Wirklich informiert über dieses Pflichtangebot wurden aber nur 38,5 Prozent. Schriftlich über die Ziele und Inhalte des EM wurden sogar nur 26,6 Prozent aufgeklärt. Auch die sektorenübergreifende Kommunikation zeigte sich defizitär. Viel zu wenig würde bereits während des Klinikaufenthaltes Kontakt zu weiterführenden Behandlern aufgenommen. Dies wurde nur in 17,5 Prozent der Fälle konstatiert.