Virtuelle hausärztliche Versorgung für Pflegeheimbewohner wertvolle Ergänzung der Versorgung in ländlichen Regionen in Sachsen und Thüringen

12.09.2020, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung

In etlichen Regionen Sachsens und Thüringens übernimmt eine sinkende Anzahl an Hausärzten die Versorgung. Hier können getestete sichere digitale Anwendungen, wie z. B. das Telekonsil die Abstimmung zwischen Gesundheitsprofessionen effektiv und effizient gestalten und somit eine echte Versorgungsunterstützung bieten. Insbesondere für vulnerable Bevölkerungsgruppen, wie in ihrer Mobilität eingeschränkte Pflegeheimbewohner können von einem gezielten digital gestützten Hausarztbesuch und Austausch zwischen ihnen, ihren Pflegepersonen und ihren Hausärzten besonders profitieren.

Telekonsile sichern für die Pflegeheimbewohner die hausärztliche Mitversorgung in ihrer gewohnten Umgebung ohne lange, beschwerliche Fahrwege und Wartezeiten. Sie ermöglichen den Pflegekräften bei unklaren Beschwerden, bei akuten Auffälligkeiten, bei pharmakologischen Abklärungsbedarfen, bei Demenz-Assessments oder bei Kontroll- und Routinechecks den raschen Austausch mit den behandelnden Hausärzten. Es können z. B. Fotos von Wunden, wichtige Befunde oder durch das elektronische Stethoskop aufgezeichnete Herztöne bei Kreislaufbeschwerden hochgeladen werden.

Die Hausärzte müssen bei laufendem Praxisbetrieb nicht mehr lange Fahrzeiten in Kauf nehmen, sondern können direkt aus ihrer Praxis eine Videokonferenzschaltung mit den Pflegeheimbewohnern und Pflegekräften durchführen. Ortsungebundene gezielte Kommunikation mit raschen kurzen Entscheidungswegen ergibt für alle Beteiligten eine Win-Win-Win-Situation und erspart auch manche Krankenhauseinweisung.

Die AOK PLUS hat bereits neun Test-Pflegeheime kostenfrei mit entsprechender Technik ausgestattet. Zehn Hausärzte beteiligen sich bisher. Über 500 Patienten profitieren bereits von der digitalen Versorgungsunterstützung. Seit 2018 läuft das Telekonsil in Leipzig mit großem Erfolg. Vorstandsvorsitzender Rainer Striebel meint: „Die oft multimorbiden Patienten werden mit unserem Telekonsilprojekt nun engmaschiger betreut und behandelt. Für die Versorgung der Menschen im ländlichen Raum ist das ein echtes Plus.“ Notwendige Voraussetzung ist ein schnelles Internet. Das sei leider nicht überall vorhanden, so der Vorstandsvorsitzende.

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