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06.04.2018

Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft

Schlichtungsstellen: Aus Behandlungsfehlern lernen - Patientensicherheit stärken

Die Bundesärztekammer hat gerade ihre Behandlungsfehlerstatistik vorgelegt. Die Anzahl der Anträge auf Klärung eines Behandlungsfehlervorwurfs bei den Schlichtungsstellen der Landesärztekammern bleibt nahezu konstant für das Jahr 2017, so liegen sie bei der Gutachterkommission der Ärztekammer Westfalen-Lippe bei 1.419. Dies gilt auch für die Schlichtungsstelle der norddeutschen Ärztekammern, dort sind es 423, die Gutachter- und Schlichtungskommission der hessischen Landesärztekammer verzeichnet 905, bei der Schlichtungsstelle in Baden-Württemberg sind es 1057 Anträge. Fehler seien nicht zu vermeiden, wo Menschen in komplexen verdichteten medizinischen und pflegerischen Prozessabläufen arbeiten, so die Schlichtungsstellen. Jedoch müsse jeder Beteiligte konsequent versuchen, aus vermeidbaren Fehlern, Beinahe-Schäden und tatsächlich eingetretenen Schäden zu lernen. Es müsse eine neue offenere Kultur der Auseinandersetzung mit Fehlern Einzug halten, denn nur so könne Schaden von den Patientinnen und Patienten abgewendet werden, unterstreicht Prof. Dr. F.U. Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg und der Bundesärztekammer. 

Ingrid Fischbach, kommissarische Beauftragte der Bundesregierung für die Belange für Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigte für Pflege, betont, dass sich die Patientensicherheit sehr entwickelt habe. Jedoch dürfe nicht vergessen werden, dass jeder Fehler ein Fehler zu viel wäre: Fehler in der medizinischen Versorgung hätten gravierende, häufig existentielle Folgen. Es müsse weiter mit Nachdruck daran gearbeitet werden, die Qualität und Transparenz darüber zu stärken. Ferner solle das Beweismaß für den Ursachenzusammenhang zwischen Fehlern und Gesundheitsschaden auf die überwiegende Wahrscheinlichkeit vermindert werden. Dies sei ein zentraler Punkt für ein gerechteres Beurteilungsverfahren.

Dr. Monika Sinha – Welt der Krankenversicherung

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